Waldhör Günther

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Der „beliebteste LASK-Spieler 1979“ ist nicht mehr ...

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R.I.P. Heinz Singerl

So wunderschön die Zeit als LASK-Anhänger derzeit ist, so traurig sind die Nachrichten, die nun schon in beinahe regelmäßigen Abständen die LASK-Familie erreichen. Innerhalb weniger Wochen ist kürzlich der vierte verdiente LASK-Spieler für immer von dieser Welt gegangen. Nach Christoph Westerthaler (LASK-Spieler 1986 bis 1988 und 1996 bis 1997), nach der schwarz-weißen Lichtgestalt Heli Köglberger und nach seinem Freund Karl Rosner (LASK-Spieler 1974 bis 1977) ist seit letztem Montag, 5. November 2018, auch Heinz Singerl nicht mehr unter uns.

Heinz Singerl, geboren am 28.01.1954 in Villach, spielte drei Saisonen von 1979 bis 1982 bei unserem LASK und war vor allem im großartigen Aufstiegsjahr 1979/80 kaum aus dem Mittelfeld der Stammelf kaum wegzudenken. In 60 nationalen und 2 internationalen Pflichtspielen im schwarz-weißen Dress gelangen ihm 8 Tore, eines davon auf europäischer Ebene im UEFA-Cup-Rückspiel der 1. Runde 1980 gegen Radnicki Nis (1.2, 1:4) zum zwischenzeitlichen 1:3.

Besonders wichtig für die Mannschaft von Trainer Dolfi Blutsch war er allerdings mit seiner herausragenden Kombination von körperlicher Präsenz und spielerischer Stärke. Mit enger Ballführung und schnellem Antritt wusste er sowohl den Ball stark zu behaupten als auch das Spiel schnell zu machen. Darüber hinaus trug er mit seiner bodenständigen, stets freundlichen Art und seinem Optimismus wesentlich zum guten Mannschaftsklima, das besonders 1979/80 herrschte, bei.

Diese Vorzüge machten ihn auch bei den LASK-Anhängern sehr beliebt. Bei der damals jährlich stattfindenden Wahl des Anhängerclubs zum beliebtesten Athletiker konnte Heinz Singerl 1979 den Sieg verbuchen – und das vor Größen unseres Klubs wie Edi Krieger, Heli Köglberger, Miroslav Vukasinovic und Jupp Bläser, die die nächsten vier Plätze belegten. Über 1597 Stimmen konnte sich Heinz freuen. Diese überwältigende Sympathiebekundung ließ ihn ein paar Mal schlucken, ehe er seinen überraschenden Sieg kommentierte: „Diese Platzierung habe ich mir nicht erträumen lassen. Ein herrliches Gefühl – und ein Ansporn für mich, noch bessere Leistungen zu bringen!“

Dieses Ergebnis gab ihm wohl auch die Gewissheit, beim Wechsel nach Linz richtig entschieden zu haben. Schließlich war er nach eigener Aussage, schon drei Jahre zuvor mit dem LASK einig gewesen über einen Wechsel, zog ihn dann aber aus Sorge vor dem Heimweh nicht durch.

Anfang 1980 aber konnte „Singolito“, wie ihn Trainer Blutsch getauft hatte, sagen: „Es macht unheimlich viel Spaß, neben so vielen erstklassigen Fußballern wie Köglberger, Krieger, Gayer oder Vukasinovic zu spielen. Meine Kameraden haben es mir leicht gemacht, bei den Athletikern in wenigen Monaten Fuß zu fassen.“
Außerhalb seiner Heimat spielte der 40-fache Kärntner Auswahlspieler ohnehin nur in Oberösterreich, neben dem LASK auch noch eineinhalb Saisonen beim damaligen Bundesligisten Union Wels.

In Kärnten selbst waren seine Stationen vor dem LASK der SV Villach, Radenthein und SCA St. Veit, nach dem LASK und Wels noch SV St. Veit und Spittal/Drau.
Bis zuletzt wirkte er in seiner Heimat beim FNC (Fußballnachwuchscamps) Kärnten als Nachwuchstrainer.

In einem Online-Trauerbuch (http://www.pax-requiem.at/web/decedent/11634) kondolieren viele mit bewegenden Worten. Als LASK-Fans erlauben wir uns eine Eintragung von Benni, Elli und Heimo zu zitieren: „Wir werden dein lächelndes Gesicht und dein gutes Herz niemals vergessen!“ und dürfen hinzufügen: „Wir werden dein Auftreten für unseren LASK und deine wunderbare Art Fußball zu spielen und deine Zeit in Linz nie vergessen“. Ruhe in Frieden, Heinz! Einmal LASK’ler, immer LASK’ler!

 

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Quellen:

Europapokal – Der Traum wird real! Der LASK im Europacup UEFA-Cup 1986/87, Runde 1

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Nach zweimal Runde 2, diesmal out in Runde 1
 
„Theo, wir fahr’n nach Lodz!“
 
Der bekannte Schlager-Evergreen der griechisch-deutschen Sängerin Vicky Leandros aus dem Jahre 1974 erlangte für unseren LASK im Jahre 1986 seine ganz eigene Bedeutung.
Das bekannte Lied, das seine Ursprünge als Landsknechtlied im Dreißigjährigen Krieg und als Soldatenlied des Ersten Weltkriegs hat, besingt den Wunsch nach Flucht vom - für ein junges Mädchen langweiligen - Landleben in die prosperierende Stadt Lodz zu der der geliebte Theo überredet werden soll. Tatsächlich hat die – nach Warschau und Krakau - drittgrößte Stadt Polens - im Zentrum des Landes, rund 130 Kilometer südwestlich von Warschau gelegen – auch in politisch höchst dramatischen Zeiten vergleichsweise rasch wieder zu wirtschaftlicher Stärke zurückgefunden und wurde so zum Ziel von vielen Menschen, die in der Stadt Arbeit suchten.
 
Seinen Ursprung hat Lodz (deutsch „das Boot“) als kleine Siedlung an einem Fluss, der nach der Stadt Lodka hieß. Als Lodzia wurde die Stadt erstmalig 1332 urkundlich erwähnt. Im Zuge der Industrialisierung wurde Lodz ein Zentrum der Textilindustrie und galt allgemein als das „Manchester Polens“. Dramatisch gestaltete sich – wie überall, wo die Nationalsozialisten ihre unselige Politik betrieben – die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 wurde bald danach das Ghetto Lodz als eines der größten „Arbeitslager“ für Juden errichtet. Nachdem im Jänner 1945 sowjetische Truppen die Stadt erreichten, stellte sich heraus, dass die wirtschaftliche Struktur der Stadt im Vergleich etwa zu Warschau noch viel besser intakt geblieben war und so wurde Lodz für drei Jahre sogar interimistische Hauptstadt Polens mit Regierungssitz.
 
Nach der politischen Wende 1989 dauerte es hingegen länger bis Lodz wieder attraktives Ziel wurde. Ein wirtschaftlicher Abstieg mit hoher Arbeitslosigkeit dauerte rund zehn Jahre an. Seit Beginn der 2000-er-Jahre ist man aber wieder auf der Überholspur.
In der 700000-Einwohner-Stadt haben wieder Betriebe der traditionellen Textilindustrie ihren Platz gefunden, aber auch welche aus der Unterhaltungs- und Elektronikbranche. Schon seit 1948 ist in Lodz auch die Staatliche Hochschule für Film, Fernsehen und Theater angesiedelt. An die toleranten und multikulturellen Traditionen der Stadt wollen die jährliche Parada Wolnoszi (vergleichbar der Loveparade) und das Festival der vier Kulturen (Juden, Russen, Polen, Deutsche) anknüpfen. Für das Feiern eignet sich besonders die Piotrkowska-Straße, die als längster Boulevard Europas mit der höchsten Dichte an Bars und Klubs gilt.
 
Die Fans des Fussballklubs Widzew (benannt nach einem Stadtteil von Lodz) hatten in den letzten Jahren wenig zu feiern. Bis in die fünfthöchste Spielklasse trieb es ihren Klub aufgrund von sportlichen, wirtschaftlichen und gar kriminellen (Korruption) Missständen. 2015 nahm man das Schicksal an und den beschwerlichen Weg zurück auf sich. Dass man dabei auf die Fans zählen kann, zeigte sich in der vierten Liga, als man 10 000 (!) Saisondauerkarten verkaufte. Mit dieser fantastischen Zahl schaffte man es nach langem wieder in die – positiven – Schlagzeilen westlicher Presse. Der letzte Titel – polnischer Meister - datierte immerhin schon aus dem Jahre 1997.
 
Noch ganz anders war die sportliche Situation des im Jahre 1910 gegründeten rot-weißen Klubs 1986, als man sich mit dem Linzer ASK auf europäischer Ebene traf. Achtmal in den neun Jahren vor der Begegnung mit unserem LASK war der Klub europäisch dabei und schaltete dabei so namhafte Gegner wie Manchester City, Manchester United, Juventus Turin oder FC Liverpool aus. Auf dem Weg zum größten Erfolg, dem Einzug ins Halbfinale (!) des Europapokals der Landesmeister (heute Champions-League) 1982/83 besiegte Widzew in der zweiten Runde auch den österreichischen Meister Rapid Wien mit dem spektakulären Gesamtscore von 6:5 (1:2 in Wien, 5:3 in Lodz).
 
Gegen diesen Gegner - zudem bis dahin zweifacher Meister (später vierfach) und einmal polnischer Cupsieger (später zusätzlich einmal Supercup-Sieger) galt es also nun im Jahr 1 nach Inter Mailand zu bestehen.
Zum dritten Mal in Folge hatte sich die Mannschaft für den UEFA-Cup qualifiziert. Nach zwei dritten Plätzen war es nun Rang 4 in der heimischen Liga, mit dem der internationale Startplatz gesichert wurde. Die beiden Wiener Großklubs zogen einsam ihre Kreise an der Ligaspitze. Schließlich sicherte sich die Austria mit zwei Punkten Vorsprung auf Rapid den Meistertitel. 19 (!) Punkte dahinter kam Wacker Innsbruck als Dritter ins Ziel und wies auf den LASK den Minimal-Vorsprung von einem Punkt auf. Die Dramaturgie erreichte in der letzten Runde ihren Höhepunkt, als genau diese vier Kontrahenten gegeneinander spielten. Innsbruck musste nach Hütteldorf zu Rapid, der LASK hatte Austria Wien zu Gast. Der spätere Jahrhundertfußballer Österreichs Herbert Prohaska sicherte der Austria in Linz mit seinem Tor den 1:0-Sieg und den Titelgewinn. Rapid und Innsbruck trennten sich in einem turbulenten Parallelspiel 3:3. Rapid verlor den Titel vielleicht auch wegen einer 0:3-Niederlage gegen unseren LASK am Grünen Tisch. Die Grünen hatten in ihrem Heimspiel der 26. Runde gegen den LASK mit Petar Brucic einen Spieler eingesetzt, der aufgrund von sieben erhaltener Gelber Karten eigentlich gesperrt war, und verloren so ihren am grünen Rasen errungenen 3:0-Sieg. Drei Punkte mehr und eine um sechs Tore bessere Tordifferenz schadeten den Europacup-Ambitionen unserer Schwarz-Weißen natürlich auch nicht wirklich. Man kam dann aber bei der noch gültigen Zwei-Punkte-Regel mit drei Punkten Vorsprung auf Sturm Graz ins Ziel – hätte es also auch ohne der – allerdings formal völlig zurecht – geschenkten Punkte geschafft.
 
In der aktuellen Meisterschaft waren zum Zeitpunkt der 1. UEFA-Cup-Runde bereits 11 Runden gespielt und der LASK war mit sieben Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen sehr komfortabel gestartet und belegte mit nur einem Punkt Rückstand auf Austria Wien und Wacker Innsbruck Platz 3. Höhepunkt der bisherigen Meisterschaft war ein 1:0-Sieg gegen bis dato ungeschlagene Innsbrucker. Klaus Dantlinger‘s Sieges-Kopfball nach einer Ecke von Gerald Piesinger bejubelten unglaubliche 20000 Zuschauer. Wie launenhaft manchmal das oberösterreichische Publikum agiert, zeigte sich nur drei Tage später. 20000 Begeisterte am 30. August, 3500 Zuschauer am 2. September bei einem weiteren Heimspiel gegen Admira Wacker.
 
Sportlich schien man also durchaus gerüstet, um vielleicht ein drittes Mal in Serie in die zweite Runde des Europapokals einziehen zu können. Allerdings dämpften zunächst Verletzungssorgen die Hoffnungen vor dem Heimspiel im Linzer Stadion. Die angeschlagenen Spieler Karl Meister, Hans Gröss und Siegfried Paseka bestanden zwar knapp vor dem Spiel noch den Fitnesstest, Max Hagmayr, Andreas Roth und Wolfgang Nagl dagegen fielen ebenso aus wie der gesperrte Dietmar Grüneis. Zudem schreckte wohl strömender Regen am Spieltag, dem 17. September 1986, viele potentielle Besucher ab. Die 5000 Zuschauer, die den Weg auf die Gugl gefunden hatten, gaben aber alles und feuerten das Team unermüdlich an. Dieses startete auch konzentriert und engagiert und setzte sich gleich einmal in der polnischen Hälfte fest. Nach sieben Minuten wurde das dem Torhüter der Polen Henryk Bolesta wohl zu bunt und er fabrizierte einen höchst unorthodoxen Ausschuss, der allerdings zwei Attribute mit sich führte, die für seine Elf von Vorteil waren: hoch und weit. Das freute den Stürmer Wieslaw Wraga, der sich den Ball schnappte und aus rund 18 Metern – trotz strömenden Regens, staubtrocken - in die rechte untere Ecke einschoss. Mit dem ersten Schuss auf das auch in diesem Europacupspiel von Klaus Lindenberger gehütete Tor ging Widzew in Führung und konnte auch schon das wichtige Auswärtstor auf der Habenseite verbuchen. Einige Minuten war dieser Schock bei den schwarz-weißen Mannen am Spielfeld deutlich spürbar. Trainer Kondert reagierte und brachte für die dänische Neuerwerbung Peter Enevoldsen, der noch nicht wirklich den Draht zur Mannschaft gefunden zu haben schien, Christoph Westerthaler (25.). Er brachte rasch Schwung ins LASK-Spiel. Schwung kam auch in die Beine und Arme der 5000 nasskalten Zuschauer in Minute 31., galt es doch den Ausgleichstreffer zu bejubeln: Rudi Köstenberger zielte einen Eckball von rechts auf das kurze Eck und unser aufgerückter Kapitän „Claudio“ Dantlinger war – wie schon gegen Innsbruck – zur Stelle und jagte den Ball effektvoll per Kopf in die Maschen, 1:1. Die restliche Spielzeit bis zur Halbzeit gestaltete sich durchaus unterhaltsam und sah den LASK klar überlegen, doch die Polen verteidigten geschickt ihr – nasses – Terrain.
 
 Auch nach der Halbzeitpause ein ähnliches Bild: Frenetisch anfeuernde LASKler auf den Rängen, aufopferungsvoll kämpfende LASKler am Rasen, doch im Fußball ist Eins plus Eins nicht gleich Zwei- auch nicht, wenn es das verdiente zweite Tor gewesen wäre. Doch zu bieder, zu durchschaubar für die europacup-gestählte Abwehr der Polen war unser Angriffsspiel. Echte Torchancen blieben Mangelware und so endete das rasante Aufeinandertreffen von Kampf und Taktik unentschieden. Doch wenn auch ein Unentschieden keinen Sieger kennt, als Verlierer fühlte sich unsere Mannschaft – da reichte allein der Gedanke ans erhaltene Auswärtstor.
 
Vor dem Rückspiel in Lodz hatte man noch zwei wichtige Spiele in der heimischen Meisterschaft vor der Brust: In Hütteldorf ging man zwar durch „Gischy“ Westerthaler nach 20 Spielminuten in Führung, doch in der Folge stießen uns die Grünen gleich siebenmal in die Brust und die daraus resultierende 1:7-Niederlage verursachte beim Blick auf die Ergebnisliste auch heftige Augenschmerzen. Die Augen waren zwar eine Woche danach zu Beginn des Heimspiels gegen Austria Klagenfurt immer noch getrübt, doch die drei Treffer bei keinem Gegentor wirkten wie Balsam auf den Augen.
 
Auf ein solches „Wunder-/ Balsammittel“ hoffte die LASK-Familie auch für den 1. Oktober, denn da hieß es dann für den LASK-Tross tatsächlich „LASK – wir fahr’n nach Lodz!“ Dort erwartete die staunenden Linzer vor ihrem Hotel eine große Schar von Autogrammjägern, aber auch extra für das Spiel abgestellte 2000 Polizisten, 1000 Soldaten und 500 Kriminalbeamte in Zivil sowie striktes Alkoholverbot im Stadion. Zu oft hatte es zuletzt Probleme mit den eigenen Fans gegeben. Solche Probleme hatte der LASK zwar nicht, doch dafür welche mit seinen Stammkräften. Erneut fielen mit Wolfgang Nagl, Andreas Roth und Max Hagmayr drei wichtige von ihnen aus. Doch jene Elf, die Hans Kondert am 1.Oktober 1986 um 18.00 Uhr aufs Feld schickte, war keinesfalls gewillt, sich von Beginn an in ein unweigerliches Schicksal zu ergeben. Im Gegenteil…die Linzer Athletiker starteten nahezu überfallsartig und hatten schon in der 1. Minute die Chance zur Führung, doch Westerthaler‘s Kopfball ging über die Querlatte, fünf Minuten später köpfte Siegfried Paseka nach einem Piesinger-Freistoß gefährlich aufs Tor. Doch Henryk Bolesta im Tor lenkte den Ball in extremis noch um die Stange. Der LASK blieb weiter feldüberlegen, auch wenn größere Torgelegenheiten in der Folge ausblieben. Dennoch waren die knapp 13 000 polnischen Anhänger absolut „not amused“ über den Spielverlauf und die Leistung ihrer Rot-Weißen. So sahen sich viele unter ihnen schon gegen Ende der 1. Hälfte veranlasst, zum allgemeinen Pfeifkonzert einzuladen. Der Pausentee dürfte unseren tapferen Linzern wohl besser geschmeckt haben als den Heimischen.
 
Gar nicht schmeckte dem schwarz-weißen Gourmet dann allerdings die 54. Minute. Der Torschütze vom Spiel in Linz Wieslaw Wraga war seinem Bewacher Grüneis bei einem Konterangriff von Widzew entwischt, überspielte – alleine auf ihn zulaufend - Christian Lehermayr und schoss – unhaltbar für Torhüter Lindenberger – den Ball ins Tor. Dieser zweite Treffer ihres hervorragenden Schützen war für Lodz der unausgesprochene Startschuss zum geordneten Rückzug. Souverän hielten die Polen den mäßig gefährlichen Angriffsversuchen der Unsrigen stand, bei denen sich die in der Pause notgedrungen veränderte Taktik bemerkbar machte. Die erste Halbzeit hatte man nicht zuletzt deshalb so überlegen gestalten können, weil Dariusz Gajda, der Pole im LASK-Dress, seinen Landsmann, den Widzew-Spielmacher Kazimierz Putek, bestens ausgeschalten hatte. Trainer Kondert musste aber gerade ihn für einen weiteren Stürmer „opfern“, da man ja trotz der guten Leistung das Auswärtstor der Polen noch nicht hatte egalisieren können. Nach Wraga’s Tor des Tages hätte man weiterhin ein Tor gebraucht, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten, doch dazu reichte es an diesem Tag gegen die cleveren, im Konter stets gefährlichen, Polen nicht mehr. Bei diesen Konterangriffen musste der Linzer Goalie Klaus Lindenberger mehrmals all sein - großes - Können aufbieten, um weiteren Schaden von seiner Mannschaft fern zu halten. Mittlerweile waren auch die polnischen Fans wieder versöhnt und erfreuten sich am nahenden Aufstieg ihres Teams. Der kam alsbald auch tatsächlich und damit auch der vorläufige Schlusspfiff für die Aufstiege des LASK in die zweite Europacuprunde unter Trainer Janos Kondert.
 
In dieser 2. Runde endete auch für Widzew Lodz diesmal schon das Europacup-Abenteuer. Der deutsche Spitzenclub Bayer 04 Leverkusen behielt mit dem Gesamtscore von 2:0 die Oberhand.
 
Auch wenn es wahrscheinlich keinen Kausalzusammenhang gab, so endete mit dem Europacup-Aus beim LASK auch der erfreuliche Teil der Herbstsaison und es schloss sich uneingeladen der gruselige Part sofort an. Auf das Out in Lodz folgten nämlich vier Niederlagen am Stück und insgesamt acht sieglose Runden. Erst in der letzten Herbstrunde konnte man sich mit einem 2:1-Erfolg über den direkten Konkurrenten First Vienna FC einen Platz oberhalb des ominösen Strichs sichern, der unter Platz 8 gezogen wurde und den Absturz in das „Mittlere Play-Off“ signalisierte und damit Abstiegskampf anstelle von Meisterträumen und Europacup-Plätzen versprach. Dieses Unheil konnte dank des hervorragenden Starts in der Bundesliga und dem Abschlusssieg gegen die Vienna mit Platz 6 – je einen Punkt vor dem Wiener Sportclub bzw. vor Sturm Graz und ganze zwei vor der Vienna abgewendet werden. Einem neuerlichen Anlauf auf die vierte Europapokal-Teilnahme in Serie stand also nichts im Wege. Ob sie – mit besser Form – gelingen würde? Das „Meister-Play-Off“ im Frühjahr 1987 sollte die Antwort liefern.
 
Stimmen nach Spiel 1:
 
Rudolf Trauner, LASK-Präsident: Ich bin sehr enttäuscht. Die Polen waren schneller, routinierter und kämpften mehr. Mit etwas Spielglück hätten wir aber trotzdem gewinnen können.
Zur Frage, warum er – auch im Europacup, mit UEFA-Sondergenehmigung - immer hinter dem Tor steht: Da hört mich niemand schimpfen, wenn ich über schlechte Aktionen meiner Kicker poltere.
 
Ferdinand Richter, Präsidiumsmitglied: Die Polen müssten bei einer Baugesellschaft beschäftigt sein, weil sie so viel mauerten.
 
Adolf Schauberger, Sportreferent der Stadt Linz: Der Einsatz der Linzer stimmte, aber weiterkommen werden sie wahrscheinlich nicht.
 
Hans Kondert, Trainer: Mehr war leider heute nicht drinnen. Wir hatten zu viele angeschlagene Spieler, aber aufgeben werden wir nach dem 1:1 noch nicht. Wir wollen beim Rückspiel in Lodz eine Überraschung liefern. Was den Polen hier gelang, das können wir auch schaffen. Taktisch haben sie hervorragend gespielt.
 
Klaus Lindenberger, Torhüter, Kapitän: Das Unentschieden war verdient. Sie hatten, obwohl wir optisch überlegen waren, mehr Torchancen.
 
Klaus Dantlinger, Abwehrspieler, Torschütze: Wir riskierten zu viel, dadurch kam der Gegner zu etlichen Konterchancen. In der Chancenauswertung haperts bei uns einfach, aber vielleicht gelingt uns im Rückspiel die große Sensation.
 
Rudolf Köstenberger, Stürmer: Nach sieben Minuten war unser Konzept durch das Führungstor der Polen im Eimer, aber für das Retourspiel verspreche ich ein Tor.
 
Kurt Nagl, Verteidiger: Diese Polen wären heute zu erwischen gewesen. Wir haben sie wesentlich stärker eingeschätzt, als sie tatsächlich waren.
 
Andreas Roth, Mittelfeldspieler, wegen Verletzung nicht im Einsatz: Beim Zuschauen macht man sich viel mehr mit als beim Spielen.
 
Bronislaw Waligora, Trainer Lodz: Das Auswärtstor genügt uns zum Aufstieg. Wir gewinnen mit dem eigenen Publikum im Rücken.
 
Wieslaw Wraga, Torschütze Lodz: Bei meinem Tor kam mir der glitschige Boden sehr entgegen, da hatte Lindenberger keine Chance.
 
Stimmen nach Spiel 2:
 
Hans Kondert, LASK-Trainer: Wir hätten in der ersten Halbzeit unbedingt einen Treffer erzielen müssen. Ich brachte sogar Gröss, um mehr Druck ausüben zu können. Uns fehlte ein Regisseur, ein Spieler, der im Mittelfeld das Spiel ordnen kann. Den Grundstein für unseren Aufstieg haben wir leider in Linz verpasst.
 
Gerald Piesinger, Mittelfeldspieler: Wir spielten 45 Minuten großartig, aus den vielen Chancen hätte uns ein Treffer gelingen müssen. Ohne dieses dumme Kontertor wären wir sicher in die nächste Runde aufgestiegen.
 
Franz Enzenebner, Technischer Direktor: Die Mannschaft hat sehr gut gespielt, sie wird international immer besser. Das versicherten mir auch die polnischen Journalisten. Es sind ja viele Junge dabei, außerdem haben wir viele Verletzte. Wirtschaftlich war der Europacup für uns eine Katastrophe. Sowohl beim Heimspiel als auch auswärtshatten wir hohe Ausgaben.
 
Jan Tomaszewski, Polnische Torhüterlegende: Gratulation dem LASK. In den ersten 25 Minuten hätte er in Führung gehen können, da wankte die Widzew-Elf bedenklich. Lindenberger hielt großartig.
 
Robotniczy, Polnische Zeitung: Soviel Glück hatte Widzew in einem internationalen Spiel schon lange nicht mehr.
 
Für unseren LASK in Europa:
Dantlinger Klaus, Enevoldsen Peter, Gajda Dariusz, Gröss Johann, Köstenberger Rudolf, Lehermayr Christian, Lindenberger Klaus, Meister Karl, Nagl Kurt, Paseka Siegfried, Piesinger Gerald, Rabitsch Johann, Westerthaler Christoph.
 
Statistik
Europapokal III – UEFA-Cup 1986/87, 1. Runde, Hinspiel
Mittwoch, 17.09.1986, 19.00 Uhr
Linz, Stadion der Stadt Linz „Auf der Gugl“, 5000Zuschauer
Schiedsrichter Borislaw Aleksandrov (Bulgarien)
 
LASK vs. Widzew Lodz (Polen)  1:1 (1:1)
 
Tore: Dantlinger (31.); Wraga (7.)
 
LASK: Lindenberger; Dantlinger, Lehermayr Chr., Paseka, Gajda, Piesinger, Enevoldsen (25., Westerthaler), Rabitsch, Meister (Nagl K., 83.), Gröss, Köstenbeger; Coach: Johann Kondert
Lodz: Bolesta; Walczak, Kaminski, Przybys, Kajrys, Dziuba, Ivanicki,      Sviatek, Putek, Wraga, (88., Mlynarczyk), Leszczyk (69., Gierek); Coach: Bronislaw Waligora
 
Statistik
 
Europapokal III – UEFA-Cup 1986/87, 1. Runde, Rückspiel
Mittwoch, 01.10.1986, 18.00 Uhr
Lodz, Widzew-Stadion, 12000 Zuschauer
Schiedsrichter James Duncan (Schottland)
 
Widzew Lodz (Polen) vs. LASK  1:0 (0:0)
 
Tor: Wraga (54.)
 
Lodz: Bolesta; Walczak, Przybys, Podsiadlo, Kaminski, Ivanicki (82., Cisek), Dziuba, Sviatek, Putek, Wraga, Kajrys (56., Gierek); Coach: Bronislaw Waligora
LASK: Lindenberger; Grüneis, Lehermayr Chr., Dantlinger, Paseka, Gajda (46., Gröss), Piesinger, Rabitsch, Meister, Köstenberger, Westerthaler; Coach: Johann Kondert
 
Gesamtscore:        Widzew Lodz mit 2:1 in Runde 2
 
Quellen:
Günther Waldhör, Eigene Aufzeichnungen und Sammlungen, inklusive Berichterstattung und Bilder
aus: Oberösterreichische Nachrichten, Neue Kronen Zeitung –
vom 18. 09. 1986, 2.10.1986, 3.10.1986
www.google.at
 

 

Der LASK im Europacup - "In ganz Deutschland sind wir jetzt bekannt!“

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LASK lässt ehemaligem Europapokalsieger keine Chance
 
Am Abend des 19. Juli 1996 tauchten ab etwa 20.00 Uhr rund hundertfünfzig laufend eintreffende LASK-Fans den altehrwürdigen Linzer Hauptbahnhof in Schwarz-Weiß und lautstarke Fangesänge schreckten so manchen unbedarften Bahngast auf. Die Reise zum UEFA-Intertoto-Cup-Spiel nach Bremen stand unmittelbar bevor. Die Bahnreise wurde vom Fanclub Viking Linz in bewährter Manier perfekt organisiert. Gerald Gross und Manfred Hanusch wussten auf alle Fragen eine Antwort und hatten für alle Eventualitäten vorgesorgt.
 
Im zweiten Jahr seiner UEFA-Patronanz konnte man sich über den UI-Cup wieder für den UEFA-Cup qualifizieren. Daran dachten wir allerdings noch kaum, als wir für den Sommer 1996 die Mannschaften Djurgardens IF (Schweden), Tofta Ittrotarfelag (Färöer-Inseln), Apollon Limassol (Zypern) und Werder Bremen (Deutschland) zugelost bekamen. In einer einfachen Runde mit zwei Heim- und zwei Auswärtsspielen sollte die Gruppe entschieden werden. Die Losfee wollte es so, dass das Topspiel gegen Werder am letzten Gruppenspieltag auswärts stattfinden sollte. Bis dahin hatten sich beide Mannschaften eine blütenweiße Weste bewahrt. Unser LASK, der noch nicht einmal ein Gegentor erhalten hatte – zu Hause jeweils 2:0 gegen Djurgardens und Limassol, auswärts 4:0 auf den Färöer – hatte den Mini-Vorteil des besseren Torverhältnisses, sodass ein Remis in Bremen zum Gruppensieg reichen würde. Ein Unentschieden gegen den ehemaligen Gewinner des Europacups der Pokalsieger (1992), gegen den (bis dahin) je dreifachen Deutschen Meister und Pokalsieger, gegen den hohen Favoriten – allein der Gedanke daran schien uns irreal.
Doch wir Fans sahen es als willkommene Abwechslung, als Abenteuerfahrt, als feine Gelegenheit, sich einmal wieder in der „großen Fußballwelt“ zu zeigen. Für die Mannschaft ging es immerhin schon um den Einzug ins UI-Cup-Halbfinale. Den Sieger des „Gruppenfinales“ trennten dann also „nur“ noch zwei weitere Erfolge vom Einzug in den UEFA-Cup.
 
 
Gegen acht Uhr früh kamen wir an unserem Ziel – Bremen - an. So blieben für die Interessierten noch einige Stunden, um sich den Schönheiten der Hafenstadt zu widmen.
Rund 560 000 Einwohner machen Bremen zur – nach Hamburg – zweitgrößten Stadt Norddeutschlands. Die Stadt liegt an der Weser, die rund 60 Kilometer weiter bei Bremerhaven in die Nordsee mündet. Die Handelsschifffahrt ist deshalb auch für beide Städte prägend. Bei einer äußerst sehenswerten Hafenrundfahrt machten sich zahlreiche LASK-Fans davon ein Bild. Aber ebenso ist die alte Kriegsschifffahrt noch präsent, etwa im Oberen Rathaussaal, wo Modelle sogenannter Orlogschiffe (orlog, niederländisch für „Krieg“) von der Decke hängen. Das prächtige Rathaus gilt zudem als eines der bedeutendsten Bauwerke der Gotik in Europa und ist seit 2004 gemeinsam mit dem „Roland“ am Marktplatz davor UNESCO-Weltkulturerbe. Der „Roland“ ist eine fast fünfeinhalb Meter hohe Statue des aus Liedern bekannten Heerführers und angeblichen Neffen Karls des Großen. Aber auch das Denkmal der „Bremer Stadtmusikanten“ ist sehenswert. Es erinnert an das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm, das das Zusammentreffen von eigentlich schon abgeschriebenen, alt und – scheinbar - nutzlos gewordenen vier Tieren beschreibt, die durch ihre Freundschaft und ihren Zusammenhalt Gefahren bestehen und sich ein neues gemeinsames Zuhause schaffen.
 
 
Dass das gemeinsame Zuhause der Bevölkerung Bremens – ihre Stadt – vor mehr als dreihundertfünfzig Jahren reichsunmittelbar (also reichsfrei, d.h. niemand anderem als dem Kaiser direkt unterstellt) erklärt wurde, hat interessanterweise viel mit unserer geliebten Stahlstadt zu tun. Ferdinand III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, unterzeichnete am 1. Juni 1646 in Linz an der Donau dieses bedeutende Dokument, das als „Linzer Diplom“ ganz wesentlich zur Bremer Stadtgeschichte gehört.
 
 
Während die Selbstständigkeit Bremens also quasi auf Linz zurückgeht, haben sich die Fußballer der Stadt ganz ohne Linzer Hilfe emporgearbeitet. Der „Sportverein Werder von 1899 e.V. Bremen“ ist eine der Top-Adressen des deutschen Fußballs. Als Gründungsmitglied der Bundesliga 1963 gehört man dieser seit damals mit nur einer einzigen Spielzeit Unterbrechung an. 1980/81 musste man eine Ehrenrunde in der Zweiten Bundesliga drehen, ansonsten hätte man sich mit dem ungeliebten Rivalen HSV um den Titel „Dino“ der Liga streiten können. Nach dem erstmaligen Abstieg der Hamburger 2018 ist aber das „Dino“-Thema ohnehin vom Tisch.
Gar keine „Dinos“, sondern sehr junge 16-jährige Schüler gründeten am
4. Februar 1899 den „Fußballverein Werder von 1899“, den Vorläufer des heutigen SV. Die Jugendlichen hatten bei einem Tauzieh-Wettbewerb einen Fußball gewonnen und mit diesem erstmals am Stadtwerder an der Weser gespielt. Ein „Werder“ ist eine Flussinsel oder ein Land, das von einem Fluss aufgeschwemmt wurde. Auch die aktuelle Spielstätte – das Weserstadion – ist auf einem solchen Werder, dem „Peterswerder“ erbaut.
In diesem Weserstadion gelangen Werder immer wieder denkwürdige Spiele im Europacup. Manchmal lag man nach dem Hinspiel aussichtslos zurück, manchmal schien das Heimspiel bei gravierenden Rückständen schon verloren – und dennoch gelangen stets erstaunliche Comebacks, die gemeinhin als „Wunder von der Weser“ in die Vereinsgeschichte eingingen (Spartak Moskau, 1:4 im Hinspiel, 6:2. n.V.; Dynamo Berlin 0:3 im Hinspiel, 5:0; RSC Anderlecht nach 65 Minuten 0:3, 5:3 u.a.).
 
Auf dieser europäischen Ebene gelang den Grün-Weißen im Jahre 1992 mit dem Triumph im Europacup der Pokalsieger auch der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Unter Trainer Otto Rehagel gewann man das in Lissabon ausgetragene Endspiel gegen den AS Monaco mit 2:0.
Beim Finalsieg gerade noch nicht dabei war Österreichs späterer Rekordinternationaler Andreas Herzog. Er wechselte zur Folgesaison von der Donau (Rapid Wien) an die Weser. Nach einem einjährigen Gastspiel in der Saison 1995/96 bei Bayern München kehrte er im Sommer 1996 wieder zu Bremen zurück und erwartete gemeinsam mit seinem Landsmann Heimo Pfeifenberger die Landsleute aus Linz zum anstehenden UI-Cup-Showdown in Gruppe 2.
Um bei diesem rechtzeitig Präsenz zu zeigen, trafen sich die meisten der angereisten LASK-Anhänger etwa zwei Stunden vor Matchbeginn wieder am Bremer Hauptbahnhof. Die einen hatten da schon freundliche Begegnungen mit Werder-Fans hinter sich, die sich bewundernd über unser Auftreten äußerten.
Andere aus schwarz-weißen Kreisen wussten von einer anderen Art „freundlicher Begegnungen“ zu erzählen. In diesen Erzählungen war weniger von Bewunderung die Rede, eher von einiger Ablehnung – doch das ist eine andere Geschichte.

Beim Stadion, das gerade einem Face-Lifting unterzogen wurde, angekommen, rätselte so mancher einfache norddeutsche Fußballbesucher, was denn wohl die vier Buchstaben L, A, S, K bedeuten würden. Deren Bedeutung dürfte dem Stadionsprecher zwar wahrscheinlich bekannt gewesen sein, dennoch ließ er sich zu der Ankündigung hinreißen, dass nach dem Spiel Vorverkaufskarten für die nächste UI-Cup-Runde von Werder verkauft werden würden. So ernst nahmen die den Spitzenreiter der Gruppe also … Auch bei den Fans war wohl der Ausgang des Spiels schon klar, empfingen sie uns doch lautstark mit einem freundlichen: „In Europa kennt euch keine Sau!“ Nun – zu diesem Zeitpunkt mochten sie ja – objektiv betrachtet – recht haben, aber noch ahnten sie nichts von unserer Antwort drei Stunden später.
 
Etwa eine halbe Stunde vor Beginn hatten alle Linzer ihren Block gefunden und es begann ein lautstarker Support, der unsere Jungs schon zum Aufwärmen empfing. Das und unsere doch stattliche Anzahl beeindruckte auch einige
St. Pauli-Fans, die sich zu uns gesellten. Nachdem zahlreiche TV-Stationen und Journalisten unseren deutschen Star-Trainer Friedel Rausch (UEFA-Cup-Sieger 1980 mit Eintracht Frankfurt, Schweizer Meister 1989 und Pokalsieger 1992 jeweils mit dem FC Luzern, Deutscher Vizemeister 1977 mit Schalke 04 und 1994 mit dem 1. FC Kaiserslautern) umschwärmt hatten, ging es zur besten Fußallzeit - Samstag (20. Juli 1996) 15.30 Uhr - endlich los.
Die ersten Minuten standen ganz im Zeichen der Werder-Elf, bei der Trainer Hans-Jürgen Dörner noch auf seine frischgebackenen Europameister Oliver Reck, Dieter Eilts und Marco Bode verzichtete. Doch mit Fortdauer des Spiels wurden die Unsrigen immer sicherer und gegen Ende der 1. Halbzeit wagten sie sich bereits mehrere Male recht gefährlich vor das Bremer Gehäuse.

Das 0:0 zur Pause konnte als durchaus verdient angesehen werden und wir Linzer staunten schon jetzt über das selbstbewusste Auftreten unserer Mannschaft und erste vage Hoffnungen auf ein Unentschieden machten sich breit.
Nicht mehr Unentschieden stand es inzwischen auf den Rängen. Dort feierten 250 bis 300 – die „Neue Kronen Zeitung“ schrieb am nächsten Tag sogar von
400 - Schwarz-Weiße schon längst einen Punktsieg gegen maximal 21 750 Grün-Weiße. Das wurde immerhin am nächsten Tag sogar von der hochseriösen Zeitung „Bremer Weserkurier“ bestätigt.
Die 2. Hälfte hielt aber noch Überraschungen für uns bereit, von denen wir nicht zu träumen gewagt hatten. Drei Minuten nach Wiederanpfiff verlängerte Jürgen Kauz eine Ecke des an diesem Tag überragenden Ivica Duspara zum 0:1 ins Netz. Unser Jubel war heftig, aber kurz. Denn es dauerte nur sieben Minuten bis zum Ausgleich. Werder hatte kurz Dampf gemacht, der Schiedsrichter einen harten Elfmeter gegen uns gepfiffen und ausgerechnet unser Landsmann Andreas Herzog eben diesen sicher verwandelt. Da das nun bestehende Remis ja immer noch reichen würde, begann jetzt das lange Warten auf den Schlusspfiff – und kurz vor diesem würden die Deutschen wohl treffen – so dachten wir als gelernte Österreicher und LASK-Fans jedenfalls. Doch es kam ganz anders. Eine kurze Zwischenoffensive der Fisch-Verkäufer blieb erfolglos und dann übernahmen unsere Burschen derart souverän das Kommando, dass die Freude über glänzende Spielzüge das Zittern vor einem Gegentor vergessen ließ. In den letzten fünf Spielminuten brachten die Jungs ihre herausragende Leistung dann auch noch auf die Anzeigetafel. Nach einem neuerlichen Corner von Duspara und einer Rettungstat von Libero Wolter stellte der heranstürmende Markus Scharrer auf 1:2 (86.) und in der 90. Minute war es wieder Duspara, der den kleinen wieselflinken Jürgen Kauz ideal bediente. Kauz ließ sich nicht zweimal bitten und traf bombensicher zu seinem zweiten Treffer an diesem Tag.
 
 
Beinahe hätte dieses Tor auf der Ehrentribüne für schmerzhafte Brandwunden gesorgt. Voller Freude wollte LASK-Präsident Wolfgang Rieger mit Manager Max Hagmayr abklatschen, bemerkte jedoch, dass ihm dabei die eben angezündete Zigarette im Weg war. So steckte er sie kurzerhand einfach in die Brusttasche seines Hemdes. Das bald auf seiner Brust beginnende Brennen war demnach nicht eins, das von der Aufregung herrührte und etwa vom Herzen kam, sondern ein rein äußerliches zigarettenbedingtes. Das „Hemd mit dem Brandfleck“ wäre ein schönes Stück für ein erst zu errichtendes LASK-Museum.
Aber auch im Gästesektor loderten längst die Flammen der Begeisterung. Nichts hielt uns Linzer Fans mehr auf den Sitzen. Wir standen, hüpften, tanzten und lagen uns mit feuchten Augen und ungläubigem Staunen in den Armen. Und unsere Antwort auf die freundliche Begrüßung hatten wir inzwischen auch komponiert. Während es im übrigen Teil des Stadions immer ruhiger und leerer wurde, hallte ein „In ganz Deutschland sind wir jetzt bekannt!“ aus unserem Sektor durch das weite Rund des Weser-Stadions.
 
Der baldige Schlusspfiff war für uns der Startschuss zu einer improvisierten Feier wie sie schöner nicht hätte sein können. Die Spieler liefen in unsere Ecke, bedankten sich mit einer dreifachen Welle und so mancher von uns dachte in diesem Moment wohl auch an die schweren Zeiten, die erst so kurz hinter uns lagen, als unser aller Herzensklub derart am Boden lag, dass man beinahe täglich um seine Existenz zittern musste. (Anmerkung über 20 Jahre danach: Zum Glück ahnte niemand von uns damals, dass auch dieser Erfolg nur ein Strohfeuer war und schon bald die Existenzsorgen von neuem und umso härter wiederaufleben sollten!).
Sowohl für die Bahn- wie auch für die Autofahrer begann nun die lange nächtliche Rückreise. Doch mit den noch frischen Erinnerungen an ein wunderbares Fußballereignis und der Gewissheit bei etwas Großem in der Vereinsgeschichte des LASK dabei gewesen zu sein, waren eventuelle Strapazen kaum spürbar. Rund 30 Unermüdliche hatten aber noch nicht genug vom ohnehin schon rund 36 Stunden dauernden Ausflug in die große, weite Fußballwelt und setzten noch ihre glorreiche Idee, die Mannschaft vom Flughafen abzuholen, in die Tat um. Dort trafen sie auf Familienangehörige, Freunde und Fans, die nicht in Bremen waren, aber ihre Freude jetzt zeigen wollten. Der wahrhaft herzliche, ja triumphale Empfang der Mannschaft ließ den routinierten Trainer aus Deutschland fragen: „Ja sind wir etwa Meister geworden?“
 
Nein, Meister nicht – aber die Erinnerung an ein unvergessliches Spiel verbindet alle, die damals dabei waren und zaubert - immer wenn die Rede darauf kommt – ein verklärtes Lächeln auf ihr Gesicht.
 
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Stimmen zum Spiel:
Friedel Rausch, Trainer: Ein verdienter Sieg. Bremen wollte auch gewinnen. Die haben nicht etwa mit halber Kraft gespielt. Nein, ich habe Bremen gar nicht schlecht gesehen, nur ist meine Elf an diesem Tag klar besser gewesen. Das tut wohl, wenn du jahrelang in der Bundesliga arbeitest und dann mit einer österreichischen Truppe Werder aus den UEFA-Cup-Träumen reißt. Nun gehen wir mit einem tollen Selbstvertrauen in die Meisterschaft. Doch klar ist auch, wir haben noch nichts erreicht, nur ein sehr gutes Spiel geliefert. Ob wir um die Meisterschaft spielen, wage ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen, aber ich meine, wir können die überaus hohen Erwartungen erfüllen. Wenn die besten österreichischen Fußballer nach Deutschland gehen, da ist es doch nur vernünftig, dass die guten deutschen Trainer nach Österreich gehen.
Josef Schicklgruber, Torhüter: Ohne Elfer hätte die Torsperre sicher gehalten. Ich bezweifle auch, ob es überhaupt ein Strafstoß war. Der Andi hat das auf jeden Fall sehr clever gemacht.
Jürgen Kauz, Mittelfeldspieler, Ersatzspieler, Doppel-Torschütze: Meine Zeit kommt noch. Auch Mehmet Scholl musste oft auf der Bank dunsten.
Hans Kogler, Mittelfeldspieler (zum Empfang am Flughafen Linz-Hörsching): So viele Fans hatten wir in der Südstadt nicht einmal bei unseren Spielen in der Bundesliga.
„Gigi“ Bruckmüller, Masseur: Das ist unser größter internationaler Erfolg seit dem 1:0 über Inter Mailand im Jahre 1985.
 
Hans Jürgen „Dixie“ Dörner, Trainer Bremen: Der Sieg der Linzer geht in Ordnung. Wir haben ihnen zu viel Spielraum gelassen und zu wenig Druck erzeugt. Unterschätzt haben wir den LASK aber sicher nicht.
Andreas Herzog, Mittelfeldspieler, Torschütze Bremen: Wir haben den Gegner nicht unterschätzt. Der LASK hat es uns einfach schwer gemacht und völlig verdient gewinnen.
Heimo Pfeifenberger, Mittelfeldspieler Bremen: Der LASK ist eine andere Mannschaft geworden. Sehr gut organisiert, kämpferisch stark, taktisch diszipliniert, Kompliment. Da ist die Handschrift von Trainer Rausch bereits zu erkennen. Zumindest zum Kreis der Titelanwärter ist der LASK in der österreichischen Bundesliga zu zählen.
Bruno Labbadia, Stürmer Bremen: Heute hatten wir körperlich unseren Tiefpunkt erreicht. So konnte Linz mit ganz einfachen Mitteln uns beherrschen.
Toni Polster, 1. FC Köln, Wunschspieler: Tolle Burschen … wie ihr Bremen abmontiert habt!
 
Für unseren LASK in Europa:
Augustine Brendan, Berchtold Dietmar, Dubajic Dragan, Duspara Ivica, Hochmaier Walter, Kauz Jürgen, Kartalija Goran, Kogler Johann, Metlitskij Alexander, Rohseano Klaus, Russ Kurt, Scharrer Markus, Schicklgruber Josef, Weissenberger Markus
 
Statistik
Europapokal IV – UEFA-Intertoto-Cup 1996, Gruppe 2, Spieltag 5
Samstag, 20. Juli 1996, 15.30 Uhr
Bremen, Weserstadion, 22 000 Zuschauer
Schiedsrichter Meese (Belgien)
 
Werder Bremen (Deutschland) vs. LASK                                                   1:3 (0:0)
Tore: Herzog (56., Elfmeter); Kauz (48., 90.), Scharrer (86.)
Werder Bremen: Rost; Baiano, Wolter, Ramzy, Scholz (80., Wiedener), Pfeifenberger, Votava (46., Bestschastnich), Brand (68., Hobsch), Herzog, Cardoso, Labbadia; Coach: Dörner
LASK: Schicklgruber; Kartalija, Russ, Rohseano, Dubajic, Kogler J. (46., Kauz), Hochmaier, Metlitski (66., Berchtold), Weissenberger M. (46., Scharrer), Duspara, Augustine; Coach: Rausch           
 
LASK in Gruppe 2 nach 5 von 5 Spieltagen auf Platz 1,
qualifiziert für das UI-Cup-Halbfinale
 
Endstand der Gruppe 2, UEFA – Intertoto-Cup 1996:
1.LASK
2.Werder Bremen
3.Djurgardens 
4.Apollon
5.Tofta IF
 
Quellen:
Neue Kronen - Zeitung, 21.Juli 1996, 22. Juli 1996
BILD am Sonntag, 21. Juli 1996
Kicker, Sportmagazin, 23. Juli 1996
Eigene Materialien aus persönlicher Sammlung

Auf den Spuren des „Fußball-Gottes“ – Rückkehr nach Europa gegen Stammklub von Geir Frigard

Gegen Lilleström SK wird Spiel auf Augenhöhe erwartet

Sonderausgabe - Vorbericht

 
Spätestens seit Thomas Goiginger am 21. April 2018 gegen 20.15 Uhr nach seinem fantastischen Slalomlauf in Minute 87 durch die halbe Austria-Elf den Ball mitten nach Europa schoss, fieberte die große Fangemeinde des Linzer Athletik Sport Klubs dem 20. Juni entgegen.

An diesem Tag, einem Mittwoch, sollte um 14.00 Uhr in Nyon in der Schweiz im mondänen Verwaltungsgebäude der UEFA die zweite Qualifikationsrunde zur 48. Auflage der UEFA-Europa-League (vormals UEFA-Cup) ausgelost werden. Mittels eines komplizierten Rechenmodus hatten sich sogenannte UEFA-Koeffizienten ergeben, die für die Topfeineinteilung und die Setzliste maßgeblich sind. Aufgrund der Ergebnisse der österreichischen Mannschaften im Europacup der letzten fünf Jahre ergab sich, dass der LASK als Vierter der abgelaufenen Bundesliga-Saison als gesetzter Klub in der zweiten Runde einsteigen würde. Das bedeutete, dass uns Vorrunde und erste Qualifikationsrunde sowie manche Gegner erspart blieben und die zweite und dritte Runde zu überstehen wären, um in das Play-Off zu gelangen. Drei Duell-Siege würde es also benötigen, um in die attraktive und lukrative Gruppen-Phase der Europa-League mit garantierten sechs Spielen einzuziehen.
 
Das war aber alles noch kaum hörbare Zukunftsmusik. Jetzt – am 20. Juni – ging es um den ersten, den einen Gegner für unser Comeback in Europa nach – je nach Zählweise mit oder ohne UI-Cup – 18 oder 19 Jahren. Einige Verzögerungen im komplizierten Losverfahren spannten die Fans vor ihren Computern und Mobiltelefonen an ihren Arbeitsstätten, in den Geschäften, in Bus und Straßenbahn oder auf der Landstraße lange auf die Folter. Umso rascher verbreitete sich dann das Ergebnis: Lilleström SK aus Norwegen hatte uns das Los als Gegner beschert. Rasch wurden die ersten Informationen besorgt, schon studierten die Eiligsten erste Entfernungen und klickten im Internet die Seiten der Flugunternehmen an.
Wer ist nun dieser Lilleström Sportsklubb?
 
Aus rund 100 möglichen Gegnern wurde dem LASK mit diesem Gegner der Verein zugelost, mit dem es wohl die meisten Berührungspunkte gibt. Das beginnt beim Namen und endet noch nicht bei GeirFrigard. Ja, ganz viele dachten bei Bekanntgabe des Konkurrenten Lilleström sofort an ihren „Fußball-Gott“ und da gibt es in Linz nicht viele, denen seit Beginn eines organisierten Supports diese Ehre zuteilwurde. Da gibt es unseren Ivo Vastic und da gibt es unseren GeirFrigard, jenen am 3. November 1970 geborenen Norweger, der in Linz Kultstatus genießt. Geir Figard war ein anderer Fußballspieler sobald er das schwarz-weiße Trikot des LASK überzog. Trotz mehrerer Vereinszugehörigkeiten (Tennis Borussia Berlin /GER, CS Sedan / FRA, Lierse SK / BEL u.a.) war sein Auftreten als LASK-Stürmer unvergleichlich. Er kam zur Saison 1997/98 – allerdings erst ab Runde 10. In Runde 12 traf er zum ersten Mal und das gleich im Doppelpack und suchte sich dafür einen netten Ort aus – das Stadion der Stadt Ried. Das Spiel endete ebenfalls überaus nett, die Auswärtsmannschaft aus Linz siegte mit 4:1. Den Ehrentreffer der Innviertler erzielte übrigens ein gewisser Oliver Glasner. Zurück zu Geir Frigard: Dem waren die verpassten neun Bundesliga-Runden egal, ihm reichte auch die Teilnahme an dreiviertel Teilen der Meisterschaft, um mit 23 Toren Torschützenkönig zu werden. Diesen Titel konnte als LASK-Spieler ansonsten nur unser Jahrhundertspieler Heli Köglberger erringen, der 1974/75 in der Winterpause von Austria Wien zurück zum LASK gewechselt war. Bei zwei Aufenthalten in Linz kam Frigard in 87 Spielen auf sagenhafte 51 Tore. Der Stammverein unseres „Tor-gei(e)rs“, woher wir ihn auch verpflichteten, war Lilleström. Auch dort lässt sich seine Bilanz mit 31 Toren in 95 Spielen durchaus sehen, aber der LASK war eben doch noch einmal etwas anderes.

Neben Frigard gibt es am Spielersektor mit Torgeir Bjarmann und Vidar Riseth zwei weitere Norweger, die sowohl den gelb-schwarzen als auch den schwarz-weißen Dress trugen. Während Bjarmann ein echtes Lillleström-Urgestein ist und seine gesamte Karriere dort verbrachte – Ausnahme Oktober 2000 bis Juni 2001 LASK – war Vidar Riseth nicht nur länger, sondern auch in seiner Karriere deutlich früher beimLASK (1998 bis 2000), ehe er 2008-2009 für Lilleström auflief. Bjarmann war übrigens bis Mai 2017 fast zehn Jahre lang auch Sportdirektor bei Lilleström.
 
Alle drei genannten Spieler verbindet zudem, dass sie entweder in Norwegen oder in Österreich oder auch in beiden Ländern von Per Brogeland trainiert wurden. Auch unser sympathischer Trainer 1997/98 (bis Runde 27, ehe er nach einem 5:0-Sieg (!) gegen Rapid Wien entlassen wurde), der aus Norwegen die damalige taktische Neuerung der Vierer-Abwehrkette mitbrachte, kam von Lilleström zum LASK.
 
Mit Markus Kiesenebner (LASK 1999 – 2001, LSK 2007 – 2008) und Thomas Piermayr (LASK 2007 – 2011, 2018 LASK Juniors, LSK 2013) gibt es auch zwei einheimische Spieler, die für beide nunmehrigen Europacup-Kontrahenten ihre Fußballschuhe schnürten. Auffällig ist auch der Name der beiden Vereine: LSK wird Lilleström gemeinhin genannt, LSK war auch der Gründungsname des LASK, Aus dem Linzer Sport Klub, Sektion Fußball von 1908 wurde ja erst 1919 der Linzer Athletik Sport Klub.
Der dritte – wohl am wenigsten bekannte – Berührungspunkt ist die Tatsache, dass sich die beiden Teams schon einmal auf europäischer Ebene begegneten. Im Intertoto-Cup des Jahres 1977 traf man sich in der Gruppe 7. Zu jener Zeit war der Intertoto-Cup noch kein Pokalbewerb der UEFA, sondern eine Art „Sommercup“, wie er auch immer wieder bezeichnet wurde. Er diente den Klubs zur Saisonvorbereitung - wobei es darüber durchaus unterschiedliche Ansichten gab – und den TOTO-Spielern, denen man somit auch in der meisterschaftsfreien Zeit Spiele mit einheimischen Mannschaften zum Tippen anbieten konnte. Ohne einen Gesamtsieger zu ermitteln wurde der Intertoto-Cup in in sich abgeschlossenen Vierergruppen ausgetragen. Auch anno 1977 waren die beiden Klubs Lilleström und LASK im Gleichschritt unterwegs. Dieser Schritt war etwas langsamer als jener der beiden Konkurrenten in der Gruppe Jednota Trencin (CSSR / SVK) und Zaglebie Sosnowiec (POL). Lilleström und LASK verloren jeweils fünf von sechs Spielen und feierten den für beide einzigen Sieg daheim jeweils gegen den anderen. In Linz siegte der LASK auf der Gugl vor 1800 Zuschauern mit 2:1 (1:1), wobei für beide Tore Heli Köglberger verantwortlich zeichnete. In Lilleström revanchierten sich die Norsker mit 1:0.
 
Ohne den Intertoto-Cup hatte Lilleström bislang 17 Auftritte im Europacup, den ersten im Meistercup 1977/78, den bislang letzten im UEFA-Cup 2008/09. Beim Debut 1977 konnte man gleich das große Ajax Amsterdam mit 2:0 besiegen, schied allerdings nach einem 0:4 auswärts dennoch aus. 1978 war in Runde 2 ein guter Bekannter zu stark für Lilleström. Austria Wien setzte sich klar mit 4:1 / 0:0 durch. Wie beim LASK war stets spätestens in Runde 2 des Hauptbewerbs Endstation. Einzig im UEFA-Cup 2000/2001 gelangen Lilleström zwei Erfolge, weil man zusätzlich eine - erfolgreich absolvierte - Quali-Runde zu spielen hatte. Der letzte Auftritt des LSK in Europa liegt auch schon lange zurück, wenngleich doch nur halb so lange wie beim LASK. Im August 2008 unterlag der LSK mit Gesamt 4:7 dem FC Kopenhagen und verabschiedete sich bis zum 26. Juli 2018, Linz, aus Europa.
Im Gegensatz zum LASK war für den LSK nicht das Abschneiden in der Liga europawürdig, sondern der Erfolg im Norwegischen Cup 2017. Im Endspiel hatte man Sarpsborg 08 mit 3:2 besiegen können. Ein Spieler der Siegermannschaft feierte diesen Erfolg mit einer ganz speziellen Aktion, die es sogar bis in österreichische Medien gebracht hat. Wer neugierig geworden ist, klicke zum Beispiel auf
 
 
Liebe Damen, wir werden trotzdem alles dafür tun, dass sich Herr Melgavis nach den Spielen gegen den LASK nicht so freuen kann.
Deutlich öfter als der ASK durfte sich der LSK über nationale Titel freuen. Fünf Meistertitel (1959, 1976, 1977, 1986, 1989) und sechs Pokalsiege (1977, 1978, 1981, 1985, 2007, 2017) sind eine stattliche Sammlung.
 
Nicht zuletzt deshalb gilt der LSK auch als Aushängeschild der 14 000-Einwohner Stadt Lilleström, die etwa 18 Kilometer östlich der norwegischen Hauptstadt Oslo liegt. Für die Jazz-Freunde unter uns sei darauf hingewiesen, dass mit Arild Andersen (Jazz-Bassist und Komponist) und Pal Thowsen (Jazz-Schlagzeuger) zwei norwegische Granden des Jazz in Lilleström geboren wurden. Olympia- und Wintersportfreunde wiederum werden sich vielleicht noch an den Eisschnelllauf-Olympiasieger über 5000 Meter 1992 Geir Karlstad erinnern, der ebenso in Lilleström zur Welt kam. Auch Fredrik Gulbrandsen, Fußballer bei Red Bull Salzburg, erblickte in der Heimat des LSK das Licht der Welt.
Ob Gulbrandsen oder Frigard, Riseth oder Melgavis – sie alle spielten und spielen in Lilleström im Stadion Arasen. Dieses hat im Grundbestand schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel – am 7. Juli 1951 gewann Lilleström das Eröffnungsspiel gegen Sarpsborg FK mit 3:2. Mehrere Ausbaustufen und Renovierungen nach einem Tribünenbrand (1967) später fasst das Stadion heute 12 250 Zuschauer. Eine Besonderheit im Arasen sind die ausfahrbaren Flutlichtmasten, da das Stadion aufgrund der Nähe zu einem Flughafen keine fixe Flutlichtanlage besitzen darf.
 
Stadion und „Sportsklubb“ sind ein Stolz der kleinen Stadt. Seit 1877 gibt es Sportvereine in Lilleström – naturgemäß viele auch für den Wintersport – spätestens ab 1907 wurde aber auch organisiert Fußball gespielt, etwa im Lilleström Football Club. Als Geburtstag des heutigen LSK gilt aber der 2. April 1917, als sich „Lilleström Idraetslag“ und der „SK Rask Lilleström“ zum Lilleström Sports Club zusammenschlossen.
 
Mit dem Cupsieg 2017 konnte man hoffen, wieder an große Erfolge aus der Geschichte des Vereins anzuschließen. Bislang blieb das aber Wunschdenken. In der Ganzjahresmeisterschaft der norwegischen „Eliteserien“ liegt der LSK nach 16 gespielten Runden aktuell nur auf Rang 13 (von insgesamt 16 Teams). Seit 13. Mai konnte nicht mehr gewonnen werden. Der schlechte Start in die Meisterschaft kostete auch Trainer Arne Erlandsen seinen Job. Nach einer kurzen Periode mit Interimstrainer Arild Sundgot schwingt seit etwa zwei Wochen der Schwede Jörgen Lennartsson das Zepter. Dieser war bis Juli 2017 Trainer des IFK Göreborg und verströmt vor seinem Pflichtspieldebut in Linz viel Optimismus. In einem Interview bedankte er sich schon vorweg bei den zu erwartenden etwa 200 mitreisenden Anhängern und denkt, dass mit deren Unterstützung durchaus ein gutes Resultat in Österreich möglich sein sollte. Er merkte an anderer Stele aber auch an, dass der Klassenerhalt in der Liga oberste Priorität habe.
 
Der Kader weist ein Durchschnittsalter von 24,7 Jahren auf und ist damit um eine Spur jünger als jener des LASK (25,0). Dieser liegt wiederum beim aktuellen Marktwert der Spieler doch einigermaßen deutlich voran: 13,85 zu 4,93 Mio.
 
Im Tor steht mit Marko Maric ein kroatischer Keeper mit Österreich-Bezug. Er wurde bei Rapid Wien ausgebildet und landete über die Leihstationen Hoffenheim, Lechia Gdansk und Hannover 96 bei den Norwegern. Kapitän der Mannschaft ist der bereits 40-jährige FrodeKippe. Der Verteidiger, der in England dem FC Liverpool angehörte und zweimal an Stoke City verliehen war, spielte vor 21 Jahren sogar noch drei Spiele gemeinsam mit Geir Frigard bei Lilleström.Aufzupassen gilt es auf ThomasOlsen, der sieben der bisher 16 Ligatreffer in dieser Saison erzielt hat. Tore erzielt der LSK – wie der ASK – gerne aus Standardsituationen.Lilleström gilt zudem als zweikampfstarkes und allgemein robustes Team. „Sie bekommen dann Probleme, wenn man schnell und flach in die Tiefe spielt!“ war eine Erkenntnis unseres Trainers bei der Beobachtung des LSK im Ligaspiel bei Haugesund (2:2). Dass es inzwischen zu einem Trainerwechsel gekommen ist, nimmt Glasner gelassen, da er keine wesentliche Änderung im Spielsystem erwartet, was sich mit einer Aussage des neuen LSK-Trainers Lennartsson deckt, der ankündigte, er werde nicht allzu viel am Spielstil seines Vorgängers ändern.
 
Dann wünschen wir LASK-Fans uns, dass unser ASK mit diesem Spielstil der Norweger gut zurechtkommt und seinerseits rasch und erfolgreich zu seinem Spiel findet. Es scheint ein Duell auf Augenhöhe zu werden, das auch durch Kleinigkeiten entschieden werden kann. Vielleicht gelingt es ja – wie so oft in den letzten Jahren – eine Symbiose zwischen Mannschaft und Fans herzustellen, die genau dieses Quäntchen an Unterschied ausmachen kann. Der LASK ist bekannt dafür, sich öfter mal in hausgemachte Krisen zu manövrieren, er ist aber auch bekannt für die unvergleichliche Herzensbindung, die seine Anhänger in Nah Und Fern haben und mit dieser immer wieder alle Krisen zu bewältigen – seien sie sportlich oder wirtschaftlich oder – wie diesmal - atmosphärischer Natur. Genießen wir gemeinsam die Rückkehr unseres geliebten ASK nach Europa und machen wir am Rasen und auf der Tribüne des Stadions der Stadt Linz alles, um den Traum, der real geworden ist – Europapokal! – zu genießen und vielleicht auch zu verlängern! Gemeinsam sind wir LASK! Forza ASK!
 
Quellen:
Foto: LASK.at

Der LASK im Europacup - "Keine Probleme gegen müde Waljäger - In 16 Minuten zum höchsten Sieg im Europacup"

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UEFA – Intertoto – Cup – zum zweiten Mal stand dieser an sich traditionsreiche – oft etwas abschätzig als „Sommercup“ bezeichnete Bewerb - unter der Patronanz des Europäischen Fußballverbands und erfuhr so eine Aufwertung in Richtung Qualifikationsturnier zum UEFA-Cup. Und da eine Qualifikation ja durchaus auch zum Bewerb gehört, kann mit Fug und Recht von Europacupspielen gesprochen werden, wenngleich deren Status und Image natürlich klar hinter den etablierten drei Pokalturnieren der Meister, der Cupsieger und des UEFA-Cups anzusiedeln war.
 
Die 1996-er-Ausgabe hatte unser LASK mit einem sicheren 2:0-Heimerfolg gegen Djurgardens IF Stockholm begonnen, wobei für das „Heim“ diesmal das Union-Stadion in Wels zuständig war, weil die altehrwürdige Linzer Gugl eine moderne Rasenheizung erhielt.
Am 30. Juni 1996 bestritt der LASK Spiel 2 seiner Gruppe und musste nun seinerseits in den hohen Norden reisen. B 68 Toftir von den Färöer-Inseln wartete auf den Gast aus Linz in Österreich.
 
Österreich war in Sachen Fußball wohl einige Jahre lang auf den Färöer-Inseln das bekannteste Land. Diese – im konkreten Fall allerdings zweifelhafte – Ehre verdankt unser Land einem denkwürdigen Länderspiel vom 12. September 1990. In Landskrona in Schweden trafen die Färöer-Inseln in ihrem ersten offiziellen Qualifikationsspiel als Mitglied der UEFA auf Österreich. Das Ausweichen nach Schweden war notwendig gewesen, weil es auf den Färöer aufgrund der ungünstigen Witterungsbedingungen zum damaligen Zeitpunkt nur Kunstrasenplätze gab.
 
Österreich, das kurz zuvor unter Trainer Josef Hickersberger nach einer glänzenden Qualifikation die WM-Endrunde in Italien bestritten hatte, dort allerdings mit einem Sieg und zwei Niederlagen über die Vorrunde nicht hinausgekommen war, dominierte erwartungsgemäß das Spiel, ging aber mit den Tormöglichkeiten zu fahrlässig um und musste in der 62. Minute einen Gegentreffer durch Torkil Nielsen einstecken. Dieser Treffer irritierte unser Nationalteam noch mehr und das Nie-Erwartete traf ein. Mit Glück, Geschick und Torhüter Jens Martin Knudsen („der Mann mit der Zipfelmütze“!) verteidigten die Amateure ihren Vorsprung und gingen tatsächlich als umjubelte Sieger vom Platz. Diese Niederlage klebt als Fixum trotz vieler schöner Erfolge an Trainer Hickersberger wie das spätere 0:9 in Valencia gegen Spanien am ebenfalls ansonsten durchaus erfolgreichen Teamtrainer Herber Prohaska. Beide mussten nach ihrem ganz persönlichen „Waterloo“ den Hut als Teamchef nehmen.
 
Im Fußball der Färöer bedeutete dieses Ereignis eine Art kopernikanische Wende: vom Freizeitfußball zum professionell organisierten Sport, von Wald- und Wiesensportplätzen zu einem „Nationalstadion“, von praktisch lebenslanger Vereinstreue zu Abwerbungen und Vereinswechsel, von bis zu zehn Titelkandidaten zu maximal vier, vom Bettelstab zum Sponsoring, von Spaß und Ehre zu Ernst und Geld. Österreich war also der indirekte – und vor allem ungewollte – Wegbereiter aus der Ballsport-Idylle hinein in den modernen Fußball. Längst spielen die Färöer im eigenen Land, längst gibt es andere Nationen, die Niederlagen gegen sie hinnehmen mussten (Griechenland, Lettland, Litauen, Estland, Kasachstan, Malta und andere) und längst ist „Landskrona“ Teil der Geschichte des Fußballs, aber auch der Inselgruppe zwischen Schottland und Island und seiner knapp 50 000 Bewohner auf 17 (andere Angaben 18) von insgesamt 24 vulkanischen Felseninseln und Schären.
 
Die Übersetzung des Namens Färöer („faar oy“) bedeutet „Insel der Schafe“ und bringt damit schon einen der zwei wichtigsten Wirtschaftszweige zum Ausdruck. Der zweite neben der Schafzucht ist naheliegenderweise der Fischfang. Um 800 wurden die Inseln von norwegischen Wikingern besiedelt. Im 14. Jahrhundert kam man gemeinsam mit Norwegen an Dänemark. Im 2. Weltkrieg waren die Färöer von britischen Truppen besetzt, doch schon 1948 konnte die Regierung weitreichende Autonomiegesetze erlassen.
Der Fußballverband wurde im Jahre 1979 gegründet, dem Weltverband FIFA trat man 1988 bei, dem Kontinentalverband UEFA 1990. Beachtlich ist die Zahl der aktiven Fußballspieler. In Anbetracht der Tatsache, dass die gesamte Bevölkerung des Landes / der Inseln bei vielen Fußballstadien dieser Welt nicht ausreichen würde, um das „Ausverkauft“-Schild an die Kassa hängen zu können, ist die Zahl von knapp 6 000 Aktiven etwa um die Jahrtausendwende ziemlich erstaunlich. In nicht wirklich vielen anderen Städten und Ländern wird man auf 13 Prozent aktiver Fußballspieler kommen. Diese spielen vornehmlich und am erfolgreichsten in den beiden größten Städten der Inselgruppe: Torshavn und Klaksvik.

Aber auch der Gegner des LASK in er UI-Gruppe 2 B 68 Toftir konnte bis zum Zeitpunkt des Spiels gegen den LASK sehr gut mithalten.
Toftir, ein Ort der Insel Eysturoy mit rund 800 Einwohnern, liegt am Skalafjodur, dem mit 13 Kilometern längsten Fjord der Färöer. Neben der Kirche und einem Denkmal zählt das Fußballstadion zu den Top-Sehenswürdigkeiten. Es wurde kurz nach dem Sieg über Österreich 1991 in der Euphorie über den landeseigenen Fußball erbaut und fasst mehr als sechsmal so viele Zuseher wie Toftir Einwohner hat. Mit dem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern und einem Naturrasen ist das Stadion Svangaskard neben dem Stadion der Hauptstadt Torshavn die einzige von FIFA und UEFA für ihre Bewerbe zugelassene Spielstätte. 
 
 
Am 30. Juni 1996, einem Sonntag, war von den 5000 Plätzen allerdings nur etwa 1 Prozent besetzt, fanden sich laut Medien doch nur etwa 50 Zuschauer ein, um der „Tofta Itrottarfelag B 68(„Die Sportgemeinschaft Toftir Ballvereinigung 68“) in seinem erst dritten europäischen Pokalspiel auf die Beine zu sehen. 1993/94 war Croatia Zagreb in der Vorrunde zur UEFA Champions League mit 6:0 und 5:0 sehr deutlich überlegen gewesen. In den aktuellen UI-Cup griff man erst gegen den LASK ein, am ersten Spieltag genoss man noch die Freirunde.
 
Toftir IF B 68 wurde – wie der Vereinsname nahelegt – im Jahre 1968 offiziell gegründet. Es liegen aber auch Berichte über eine inoffizielle Gründung bereits 1962 vor. Es dauerte bis 1981 bis zum Aufstieg in die 1. Deild, die 1. Division des färöischen Fußballs. Dann aber erfolgte eine goldene Zeit für die Rot-Schwarzen. Drei Meistertitel in den Jahren 1984, 1985 und 1992 sowie ein Einzug ins Pokalfinale 1995 sind beredtes Zeugnis dafür.
Nach der allzu deutlichen Unterlegenheit in der Qualifikationsphase zur Champions League versuchte man sich 1996 nun im doch deutlich weniger anspruchsvollen Intertoto-Bewerb und war gespannt, wie man sich gegen Gegner dieses Formats schlagen würde. Als erster Prüfstein kam also der Linzer ASK, in der Vorsaison auf Rang 6 der österreichischen Bundesliga, in das heimische Stadion Svangaskard.
 
Bevor dieser ASK allerdings in das Stadion kam, hatte er schon eine spannende Anreise mit der Fähre hinter sich. Die österreichischen Gäste und ihr neuer deutscher Promi-Trainer Friedel Rausch zeigten sich beeindruckt vom Naturschutzparadies der Inseln und von den malerischen bunten Häusern unter dem Stadion über dem die Möwen kreisten.
So entspannt konnte sich der Schiedsrichter nicht auf das Spiel einstellen. Herr Patrick Dempsey wäre beinahe zu spät eingetroffen, da sein Flugzeug die Landeerlaubnis erst nach Diskussionen erhielt.
 
Die Spieler des Linzer ASK allerdings nahmen ihre Begeisterung und Euphorie mit aufs Spielfeld und machten von Beginn an klar, dass sich ihr Auftreten nicht mit jenem ihres nationalen Teams knapp sechs Jahre davor vergleichen lassen sollte. Bei Regen und nur 10 Grad Außentemperatur übernahmen Friedels Jünger von Beginn weg das Kommando und schlossen gleich mehrere der ersten Aktionen konzentriert und erfolgreich ab.
 
Ein Gewaltschuss von Sascha Metlitski ins Kreuzeck eröffnete in Minute 14 den Torreigen. Selbiger Spieler traf fünf Minuten später mit einem tollen Freistoß die Latte. Den zurückpendelnden Ball konnte - der im Juli 2018 viel zu früh an den Folgen eines Herzinfarkts verstorbene - Christoph Westerthaler über die Linie drücken (19.), zwei Minuten später schloss Dragan Dubajic einen schönen Angriff perfekt (21.) ab und der unermüdliche Ivica Duspara versenkte einen Freistoß in Minute 30 im Kreuzeck. 4:0 - und das nach einer halben Stunde – das wäre schon bei diesem Spielstand der Rekordsieg in einem europaweiten Bewerb für den LASK.
 
Mit der unter Trainer Friedel Rausch schon eingeübten Spielorganisation, aber auch mit der Verantwortung im Spiel und mit der Spielfreude kontrollierte man die „Wikinger“ komplett. Diese waren nicht nur ob des an diesem Tag übermächtigen Kontrahenten auf dem Fußballfeld arm dran, sondern auch mit ihrer Matchvorbereitung. Diese bestand nämlich aus Walfang am Vortag des Spiels und aus Walverarbeitung bis in die Morgenstunden des Spieltags. Angeblich war beim Landeanflug der Maschine des LASK das Meer mit rotem Blut verfärbt. Die Amateure des Fußballs und Meister der Fischerei waren froh, bis zur Pause nicht mit der doppelten Anzahl an Gegentoren bedacht worden zu sein.
Zu ihrem Glück wirkte sich ihre eigene Müdigkeit in Hälfte zwei -zumindest ergebnistechnisch – nicht mehr aus. Der LASK konnte es sich leisten, ein bis zwei Gänge zurückzuschalten, die Spielkontrolle im Wesentlichen zu bewahren und Kräfte zu sparen, etwa für das bevorstehende Konditionstraining in St. Wolfgang. Die färöischen Fischer waren den euphorischen Schwarz-Weißen von der Donau schon längst ins Netz gegangen.
 
Medien und Fans in Linz begannen langsam vom UEFA-Cup zu träumen, ungeachtet dessen, dass in der Gruppe erst die Hälfte der Spiele absolviert waren, ungeachtet dessen, dass der Kampf mit Werder Bremen noch bevorstand, ungeachtet dessen, dass selbst bei Platz 1 noch zwei weitere Runden zu überstehen sein würden. Beherrscht wurden die Nachrichten zum LASK aber mehr von vermeintlichen oder tatsächlichen Transferabsichten wie Polster, Riseth oder Halilovic.
Für Tofta blieb die Erkenntnis, dass auch Teams aus dem Mittelfeld weniger starker Ligen noch mindestens eine Nummer zu groß sind. Das 0:4 gegen den LASK blieb aber immerhin – gemeinsam mit einem 1:5 gegen Djurgardens - die höchste Niederlage dieser UI-Cup-Saison. Bis zur nächsten Teilnahme dauerte es fünf Jahre. Gegen den belgischen Klub SC Lokeren gelang den tapferen färöischen Balljägern – oder sollte man besser Ballfischern sagen? – ihr erster europäischer Punkt (0:0 auswärts).
Ab 2004 verließ sie aber überhaupt ein wenig Stärke und Glück. Seither sind sie eine typische Fahrstuhlmannschaft zwischen 1.und 2. Liga. Dass sich das Schicksal des einst so starken Gegners aus Österreich in den nächsten Jahren teilweise noch wilder gebärden sollte, davon war im schönen Fußballsommer 1996 noch kein Laut zu hören und kein Wölkchen zu sehen.
 
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  • Logo
  • Stadion Svangaskard
 
Stimme zum Spiel:
Friedel Rausch, Trainer: Vor allem in der ersten Halbzeit war ich mit unserer Leistung sehr zufrieden. Da hat meine Elf schön kombiniert und viele Aktionen erfolgreich abgeschlossen.
 
Für den LASK in Europa:
Dubajic Dragan, Duspara Ivica, Ehmann Anton, Kartalija Goran, Metlitski Alexander, Kauz Jürgen, Russ Kurt, Rohseano Klaus, Schicklgruber Josef, Stromberger Hannes, Unger Manfred, Westerthaler Christoph, Weissenberger M., Weissenberger Th.
 
Statistik
Europapokal IV – UEFA-Intertoto-Cup 1996, Gruppe 2, Spieltag 2
Samstag, 30. Juni 1996
Toftir, Stadion Svangasgard, 50 Zuschauer
Schiedsrichter Patrick Dempsey (Irland)
 
B 68 Toftir (Färöer-Inseln) vs. LASK                                                         0:4 (0:4)                          
 
Tore: Metlitskij (14.), Westerthaler (19.), Dubajic (21.),Duspara (30.)
B 68 Toftir: Magnussen, Olsen, Lömstein (65., Jakobsen), Danielsen, Hansen H.F. (81., Joensen), Hojgaard I., Petersen, Benjaminsen, Hansen Ö., Johannesen, Didriksen (71. Hojgaard A.); Coach: Tranbjerg
 
LASK:Schicklgruber; Kartalija, Unger (46., Ehmann), Rohseano, Russ, Metltskij, Duspara, (46., Weissenberger M.), Stromberger, Weissenberger Th., Dubajic, Westerthaler (46. Kauz); Coach: Rausch
 
LASK in Gruppe 2 nach 2 von 5 Spieltagen auf Platz 1
         
Quellen:

Der LASK im Europacup - Von beleidigten Zyprioten, Göttern des Lichts und des Fußballs und Vorfreude auf eine schöne Reise

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UI – Cup 1996 – zum zweiten Mal stand der legendäre – vom Österreicher Karl Rappan für die TOTO-Spieler erfundene „Sommercup“ - unter der Patronanz der UEFA. Der Bewerb war konstruiert als Qualifikationsturnier für den UEFA-Cup.

60 Mannschaften wurden zunächst in 12 Gruppen á 5 Teams aufgeteilt und ermittelten in einer einfachen „Jeder gegen Jeden“-Runde (2 Heimspiele, 2 Auswärtsspiele, 1mal spielfrei) die Gruppensieger. Diese 12 Teams bestritten im K.o.-Modus Halbfinal- und Finalspiele. Nach dem Halbfinale blieben sechs Mannschaften übrig, nach dem Finale noch drei und diese drei standen in der
1. Hauptrunde des UEFA-Cups.
 
Der LASK hatte in der Saison 1995/96 Platz 6 belegt und nahm gemeinsam mit der fünftplatzierten Wiener Austria und der siebtplatzierten SV Ried im Innkreis den UIC in Angriff. Wie viele andere Mannschaften auch glaubte man aber nicht wirklich an eine realistische Chance noch die Kurve nach Europa zu kratzen, sondern sah den Bewerb eher als kleines finanzielles und sportliches Zubrot in der Vorbereitung auf die folgende Meisterschaft. So drückte es auch der neue deutsche Star-Trainer Friedel Rausch aus: „Der UI-Cup ist Zubrot.
Tag
X ist der 24. Juli
(Meisterschaftsstart). Da müssen wir bereit sein!“

Bereit war der LASK aber bisher auch in der Intertoto-Gruppenphase: Zwei Spiele waren bislang zu absolvieren, sechs Punkte waren die erfreuliche Ausbeute und auch das Torverhältnis von 6:0 konnte sich allemal sehen lassen.

Die spielfreie Runde hatte der LASK für Spieltag 3 gezogen. Man blieb aber nicht untätig und besiegte in zwei Freundschaftsspielen die beiden Zweitligisten Vorwärts Steyr (3:1) und DSV Leoben (3:0). Allgemein konstatierte die Presse bereits einen gut organisierten LASK, der das Selbstbewusstsein, das sein berühmter Trainer ausstrahlte, auch schon auf die Spielfelder brachte. Bemängelt wurde hie und da die Torausbeute, da man in allen Spielen zu viele Chancen vergab. Zur Behebung dieses Problems tourte Manager Max Hagmayr – ausgestattet mit nicht schlecht gefüllter Brieftasche, die ihm Präsident Wolfgang Rieger und Vize-Präsident Josef „Lucky Joe“ Strauß mit auf die Reise gaben - durch Europa. Immer wieder tauchte der Name Toni Polster auf, der sich zu dieser Zeit gerade in Köln am Zenit seines Könnens („Toni-Doppelpack“) befand. Doch die Zeit für eine Rückkehr in die österreichische Heimat war noch nicht reif. Mit dem 24-jährigen Norweger Vidar Riseth kam jedoch ein Mann nach Linz, der viel versprach. In Kongsvinger hatte er in 56 Spielen 20 Treffer erzielt. Als er am Spieltag in Wels einen Dreijahresvertrag beim LASK unterschrieb, ahnte noch niemand der Beteiligten welch große Karriere dem sympathischen Blondschopf noch bevorstand … 52 Teamspiele für Norwegen mit Teilnahmen an je einer WM- und EM-Endrunde und ein Transfer zu Celtic Glasgow seien als Highlights genannt.
 
1996 aber saß er im etwas baufälligen Union-Stadion von Wels, wohin der LASK für einige Wochen ausweichen musste, weil im Linzer Stadion „Auf der Gugl“ eine Rasenheizung installiert wurde, und sah seinen künftigen Kollegen am Samstag, dem 13. Juli 1996 ab 18.00 Uhr gemeinsam mit etwa 1000 weiteren Besuchern gegen den zypriotischen Klub Apollon Limassol auf die Beine.

Apollon Limassol wurde im April des Jahres 1954 von einer kleinen Gruppe junger Männer ins Leben gerufen, die mit der Gründung athletische und soziale Kompetenzen der Mitglieder stärken wollten. Im Oktober 1955 wurde die Fußballabteilung Apollons in den zyprischen Verband aufgenommen und startete in der zweithöchsten Leistungsstufe. In der ersten Saison verlor man zwar alle acht ausgetragenen Spiele, doch schon 1957 gelang der Aufstieg in die 1. Division, der man seither ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag angehört … das HSV-Maskottchen „Dino“ wird nach dem ersten Bundesliga-Abstieg der Hanseaten 2018 vielleicht schon einen fliegenden Wechsel nach Limassol ins Auge fassen. 
Zum Zeitpunkt der Begegnung mit unserem LASK hatte Apollon zweimal die zyprische Meisterschaft und viermal den nationalen Cup gewonnen – in den 22 Jahren danach kamen noch ein Meistertitel, fünf Pokalsiege und drei Supercup-Erfolge dazu - immer wieder Grund zur Freude also für den Klub aus der Hafenstadt im Süden Zyperns, dem Sonnenparadies im Mittelmeer. 

Die Stadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon seit der Steinzeit besiedelt, liegt sie heute zwischen den antiken Städten Amathus und Kourion. Grabfunde werden bis ins zweite Jahrtausend vor Christus datiert. Eng verbunden ist Limassols Geschichte auch mit König Richard Löwenherz, der im Zusammenhang mit dem Dritten Kreuzzug Ende des 12. Jahrhunderts hier Kämpfe führte, jedoch auch seine Hochzeit mit Berengana von Navarra in der Stadt feierte. Später fiel Limassol auch noch unter venezianische und dann osmanische Herrschaft. Heute ist die Stadt Finanzzentrum und beliebte Tourismus-Destination. 
Letzteres hat man nicht zuletzt dem stets blauen Meer und dem hellen Licht am Meer und am Strand zu verdanken. Der griechischen Götter-Mythologie zufolge ist für dieses Licht Gott Apollon (= Phoibus, = Phevos) zuständig. Als Gott des Lichtes ist er auch der Gott des Frühlings und der Reinheit, der Mäßigung sowie der schönen Künste, im Besonderen der Musik. Diesem Gott Apollo erweist der Verein mit seinem Namen und mit seinem Wappen die Ehre.
 
Ein Fußballgott ist zwar in der griechischen Götterlehre nicht bekannt, dennoch gibt es ihn auf Zypern und - er ist ein ehemaliger LASK-Spieler! Das bekannte deutsche Fußballmagazin „11 Freunde“ widmete ihm 2011 einen ausführlichen Artikel. Unter dem Titel „Als Rainer Rauffmann Fußballgott auf Zypern wurde“ erfährt der geneigte Leser, dass der Mann aus Kleve in sieben Jahren bei Omonia Nikosia in 152 Spielen sagenhafte 181 Tore erzielte, zweimal Meister wurde und viermal Schützenkönig. 1998 war er der beste Schütze Europas und konnte sich den „Goldenen Schuh“ nur deshalb nicht in seine Vitrine stellen, weil der Liga-Koeffizient der zyprischen Meisterschaft zu gering ist. Rauffmann heiratete eine Zypriotin, wechselte zur griechisch-orthodoxen Konfession und änderte seinen Namen auf Rainer Markos Rauffmann. Es gab eine wöchentliche Comedy-Serie im TV, die ihn als Mittelpunkt hatte, die Fans nannten ihn – wie einst den großen (brasilianischen) Ronaldo - „Das Phänomen“. Aus Liebe zu seiner neuen Heimat, in der er – wenn er es nur gewollt hätte - wohl auch Staatspräsident hätte werden können, ließ er sich einbürgern und wurde im Herbst seiner Karriere auch noch viermaliger zypriotischer Nationalteamspieler mit zwei Toren. Als Trainer und Scout blieb er dem zyprischen Fußball treu. Treu bleiben ihm - auch noch Jahre nach der Karriere - die zahlreichen Verehrer, für die Rainer Rauffmann, LASK-Spieler 1996/97, schlicht und einfach ihr „Fußballgott“ ist.
 
Wer den Artikel nachliest, sollte sich nicht wundern, dass der LASK bei der Aufzählung der Stationen von Rauffmann fehlt. Zwei Erklärungsmodelle kann der Chronist anbieten:
 
1. Unsere deutschen Freunde halten 10 Monate Leihvertrag mit 18 Pflichtspielen (16 Meisterschaft, 2 Cup) und 3 Toren in Österreich für nicht ausreichend relevant, um sie auch nur zu erwähnen.
2. Der Autor des Artikels nennt die Aufzählung der deutschen Stationen des Spielers Rauffmann – Blau-Weiss 90 Berlin, SV Meppen, Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld – eine „Blaupause der Graumäusigkeit“ … und dass in einer Aufzählung von „Graue Mäuse-Vereine“ der LASK als schillernder Fixstern am Fußballhimmel, der Antipode zu einer grauen Maus schlechthin unmöglich aufscheinen kann, ist selbsterklärend. Noch Fragen?
 
Auch keine graue Maus ist Apollon Limassol in Zypern. Die Fans von Apollon gehören tatsächlich zu den besten in Zypern. Schon als organisierter Support auf der Insel noch ganz unüblich und Großteils unbekannt war – Anfang der Achtziger Jahre - reisten die Anhänger Apollons organisiert zu Auswärtsspielen.
 
Nach Wels reisten – soweit bekannt – keine organisierten Anhänger mit, einige der Verantwortlichen des Vereins werden die Reise nach Oberösterreich aber länger nicht vergessen haben. Im Welser Hotel, in dem sie untergebracht waren, bezeichnete man die Gäste als Türken. Was für ein Fauxpas – angesichts des jahrzehntelangen Konflikts zwischen der griechisch-stämmigen und der türkisch-stämmigen Bevölkerung Zyperns sowie den jeweiligen Mutterländern. Zypern ist ja geteilt in einen großen griechischen Teil und in einen kleinen türkischen („Türkische Republik Nordzypern“). Die Vereinsverantwortlichen reagierten entsprechend verschnupft und forderten von da an die strikte Einhaltung der UEFA-Vorschriften und ließen sich demgemäß auch von einer Polizei-Eskorte zum Stadion bringen.
 
Für Limassol war das Match gegen den LASK bereits die Abschiedsvorstellung vom laufenden UI-Cup. Hier fiel die Spielfreiheit auf Spieltag 5. Einer durchaus ehrenvoll-knappen 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen folgte ein schlimmes 0:8 in Stockholm gegen Djurgardens, dem wiederum allerdings einer der wenigen internationalen Siege folgte. Der Vertreter der Faroer-Inseln, B 68 Toftir konnte mit 4:1 bezwungen werden.
 
LASK—Trainer Friedel Rausch warnte – wie vor solchen Spielen üblich – Mannschaft und Fans: „Alles spricht schon vom Endspiel um den Gruppensieg gegen Bremen, aber zunächst müssen wir gegen Limassol gewinnen. Auch einen Klub aus Zypern muss man erst einmal bezwingen!“
 
Das Fehlen des gesperrten Mittelfeld-Regisseurs Ivica Duspara, der ein Jahr zuvor vom blauweißen Mitbewerber zum schwarzweißen Stolz des Landes gewechselt war, sowie des quirligen Stürmers Christoph Westerthaler aufgrund einer Verletzung an der Leiste war zwar nicht angenehm, sollte aber gegen die als nicht so stark eingeschätzten Blau-Weißen (Zyprioten!) kein größeres Problem darstellen.Über den Spielverlauf schrieben die heimischen Medien nicht allzu viel. Ihnen waren die Meldungen über den Riseth—Transfer, das Werben um Toni Polster oder das bevorstehende „Endspiel“ gegen Werder Bremen in ihrer Berichterstattung deutlich wichtiger.
 
Jedenfalls bestimmten unsere Athletiker das Spiel klar und lieferten eine durchaus sehenswerte erste Halbzeit ab. In Summe konnten sie aber nicht ganz überzeugen und wirkten vor allem in Hälfte 2 müde und ideenlos. Dennoch gab es am sicheren Sieg keinen Zweifel. Schon früh stellten nämlich Manfred Unger in Minute 9 und Sascha Metlitskij in der 23. Minute mit ihren jeweiligen Kopftoren die Weichen Richtung Bremen.
 
Auch wenn die „Oberösterreichischen Nachrichten“ den extrem defensiv eingestellten und weitgehend harmlosen Gästen „nur Regionalliga-Niveau“ zugestand, so lautete der erwartungsfrohe Titel derselben Zeitung nach dem 2:0-Sieg doch auch „Der LASK auf dem Weg zur Europareife“. Neben dem ungefährdeten Sieg, den Toren und teilweise dem Spiel in Halbzeit 1 wusste auch die südafrikanische Neuerwerbung Brendan Augustine zu gefallen. Er wirkte „agil und kreativ“ (OÖN), so heißt es, obgleich er „ein halbes Dutzend guter Möglichkeiten ausließ“.
 
In der Tabelle der Ui-Gruppe 2 zeitigte die mangelnde Chancenverwertung keine negativen Folgen. Werder Bremen gelang am selben Wochenende wohl auch der dritte Sieg, dieser fiel allerdings mit 2:0 gegen die Färinger von Toftir B98 nicht deutlich genug aus, um den LASK in dieser Hinsicht noch zu gefährden. Einem Bremer Torverhältnis nach drei Spielen von 7:2 stand ein doch noch heller strahlendes von gar 8:0 unserer Schwarz- Weißen gegenüber. Das Punktemaximum von 9 Zählern stand sowieso bei beiden Klubs in der Zählwertung. Für unseren LASK bedeutete dieses Faktum den kleinen Vorteil, dass im Weser-Stadion „schon“ ein Unentschieden zum Gruppensieg reichen würde. Immerhin … dennochspielte Friedel Rausch sofort wieder die Rolle des Mahners: „Es wird sehr schwer. Werder will unbedingt in den Europacup. Für uns müsste alles zu 120 Prozent passen. Aber wir reisen auch unbelastet und voller Selbstvertrauen nach Bremen!“
 
Na also, auf geht’s – Bremen, wir kommen!
 
Stimmen:
 
Dragan Dubajic, Stürmer: Uns steckt das Training in den Beinen. Mit Rausch machen wir zwar fast alle Übungen mit dem Ball, aber die Einheiten sind sehr intensiv.
 
Vidar Riseth, Neuerwerbung: Vor der Pause war es ein sehr gutes Spiel.
Ich freue mich auf Linz!
 
Für unseren LASK in Europa:
 
Augustine Brendan, Dubajic Dragan, Kartalija Goran, Kauz Jürgen, Kogler Hans, Kraßnitzer Mario, Lorenz Helmut, Metlitskij Alexander, Rohseano Klaus, Russ Kurt, Scharrer Markus, Stromberger Hannes, Unger Manfred, Weissenberger Markus
 
Statistik
Europapokal IV – UEFA-Intertoto-Cup 1996, Gruppe 2, Spieltag 4
Samstag, 13. Juli 1996, 18.00 Uhr
Wels, Union-Stadion, 1000 Zuschauer
Schiedsrichter Dordevic (Jugoslawien)
 
LASK vs. Apollon Limassol (Zypern)                                                             2:0 (2:0)
 
Tore: Kogler H. (9.), Metlitskij (23.)
 
LASK: Krassnitzer, Kartalija, Unger (46. Russ), Rohseano, Scharrer, Kogler H., Stromberger (46.Lorenz), Metlitskij, Weissenberger M., Dubajic(46., Kauz), Augustine; Couch: Rausch
Apollon Limassol: Michael, Kyriakou (83., Demetriou)., Sofokleous St., Hadjiconstantis, Sofokleous A., Arestis, Kais, Christofi, Marneros (46., Stylianou), Evripidou, Tsolakis (55., Kyriakou X.); Coach: Vukotic
 
LASK in Gruppe 2 nach 4 von 5 Spieltagen auf Platz 1
 
Quellen:
 

 




LASK oder FC Juniors OÖ – egal?

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Warum Name und Logo wichtig sind
 
„Es ist nicht wirklich relevant für einen Elfjährigen, ob der Verein Juniors OÖ oder LASK heißt.“ Dieses Zitat von Herrn Franz Mayer, Präsident und sportlicher Leiter, der FC Juniors OÖ, im Interview mit Harald Holzmann von seit1908.at (FC Juniors OÖ – Die Talenteschmiede des LASK, 19.05.2018) beunruhigt mich und ich halte es – zumindest in der Verallgemeinerung - für falsch.
Ich verstehe natürlich, dass ein Präsident für seinen Klub sprechen muss und eine andere Sichtweise auf viele Dinge hat als der einfache Fan von außen.
Vorausschicken möchte ich auch, dass ich nach 40 Jahren Anhängerschaft unendlich glücklich bin über die aktuelle Führung des LASK. Ich halte unseren Präsidenten, Vize-Präsidenten und viele, viele andere handelnde Personen für hochkompetent und bin ihnen zu 1908% dankbar für das, was sie tagtäglich für meinen Herzensklub tun.

Nicht glücklich bin ich mit einer einzigen Entscheidung der letzten Zeit – der Auflösung der LASK Amateure und deren Aufgehen im neuen „Fußballclub Juniors Oberösterreich“ und deren Folgeerscheinungen.
Ich weiß, dass viele – auch sehr kompetente, auch mit mir bekannte und befreundete Personen aus verschiedenen Gründen dafür sind. So manchen dieser Vernunft-Gründe kann ich auch gut nachvollziehen. Als Fußball-Traditionalist habe ich keine Freude damit, hatte aber auch bisher keine Lust dazu, mich intensiver damit zu befassen. Das hat sich geändert seit mir bewusst wurde, dass das Projekt Juniors OÖ auch Auswirkungen auf den LASK-Nachwuchs hat.

„Als mich Trainer Kurt fragte, ob ich zum LASK wechseln möchte, war das der schönste Tag meines Lebens!“ schrieb unser damals zehneinhalbjähriger Sohn bei einer Deutsch-Schularbeit in sein Heft.
Ich stelle mir den Satz komplett gleich lautend vor und ersetze nur LASK durch FC Juniors … hätte er so einen Satz geschrieben, hätte er so fühlen können? Ich glaube nein. Er hat sich nämlich genau das gewünscht … für den LASK zu spielen. Damalige FC Pasching–Trainer, die ihn schon ein halbes Jahr vorher gerne verpflichten wollten, wissen davon noch heute ein Lied zu singen.
Der Stolz - der natürlich nicht zu Überheblichkeit oder zu einem Mangel an Respekt gegenüber anderen Klubs führen darf – darauf, für den traditionsreichsten, beliebtesten und erfolgreichsten Klub im Bundesland spielen zu dürfen, ist meiner Meinung nach gerade heute enorm wichtig, wo schon Kinder bzw. deren Eltern mit allerlei Vorteilen und Annehmlichkeiten zu größeren Vereinen gelockt werden. Wie will man denn verhindern, dass es schon bei Kindern beginnt, dass sie heute da und morgen dort spielen, übermorgen dieses Logo küssen und nächste Woche ein anderes? Und wie soll man verhindern, dass die Eltern Fußball mehr als Einzel- denn als Mannschaftssport verstehen, weil sich ihr kleiner Ronaldo oder Messi ohnehin nur auf Durchgangsstation zu Red Bull Salzburg, Bayern München oder Real Madrid befindet?
 
Man kann dem natürlich entgegnen, dass das durch gute Organisations- und Trainerarbeit verhindert werden kann und dass auch der FC Juniors auf viele bisherige LASK-Nachwuchstrainer zurückgreift. Das wird stimmen und ich habe vor den vielen Trainern, die ich in den letzten Jahren als Vater und dann in meiner Tätigkeit für seit1908.at kennenlernen durfte, größte Hochachtung. Gemeinsam mit ihrer organisatorischen Leitung leisteten sie großartige Arbeit. Aber ihre Ziele waren unter anderem, das Image des LASK zu verbessern, dem LASK im Land wieder zu jener Anerkennung zu verhelfen, der er auch im Nachwuchs schon zeitweise verlustig gegangen war.
 
Ich zitiere aus Interviews, die in den letzten drei Jahren mit Trainern und der Organisatorischen Leitung für seit1908.at geführt wurden: „Es ist ein Privileg, den LASK-Dress zutragen!“ „Beim LASK arbeiten zu dürfen, ist ein Traum für mich!“, „Ich bin ein LASK-Verrückter!“ „Die Wahrnehmung steigt wieder!“ „Wir haben gesagt, wir wollen mit unserem Auftreten das Image unseres Klubs verbessern, aufpolieren, stützen, stärken – wie immer man es nennen mag.“ Die eigenen Spieler sollen-  ohne Überheblichkeit - stolz sein, das LASK-Trikot zu tragen.“ (Ende der Zitate; alle auf: www.seit1908.at/news/nachwuchs)
 
Gerne – und zurecht – wird auch von der „Marke LASK“ gesprochen. Eine Marke kann ich aber doch nur stärken, wenn ich auch unter dem Namen der Marke auftrete und all das Positive, um das ich mich bemühe, eben dieser Marke zugutekommt.
 
Würde Coca-Cola jemals sagen, einem Elfjährigen ist es egal ob er Coca-Cola oder Pepsi-Cola trinkt? Und wenn die Marketingabteilung auch nur ansatzweise das Gefühl hätte, das könnte tatsächlich so sein, würde sie dann nicht alles unternehmen, um die „Abtrünnigen“ und die „Unentschlossenen“ zur eigenen Marke (zurück-)zu holen?
Unser Klub hat auch den unschätzbaren Vorteil, dass er ungemein bekannt ist – eben eine Marke ist - und sich selbst unsere Gegner oft über unseren Klub definieren. Sie wollen dann eben nicht sein wie der LASK oder zumindest den LASK hin und wieder besiegen können.
 
Im Nachwuchs ist es für unzählige Klubs und Altersstufen das Highlight der Saison, wenn der LASK kommt … schon Wochen davor wird darüber gesprochen und wem etwa ein Tor gelingt – und sei es nur das Ehrentor bei einer hohen Niederlage – der spricht noch lange mit Stolz davon. Will man wirklich, dass sich kleine Fußballer und ihre Eltern nicht mehr auf den LASK freuen können, sondern auf den FC Juniors, unter dem sich wahrscheinlich noch Jahre lang keiner wirklich etwas vorstellen kann?
 
Sehr wichtig im gesamten Nachwuchsbetrieb sind auch die Einladungen zu nationalen und internationalen Turnieren. Auch da ist die Marke LASK eine bekannte und gern Gesehene. Gerade national schmückt man das Veranstaltungsplakat oder die Homepage dann gerne mit dem Logo des LASK. Wird ein Veranstalter etwa in der Steiermark wissen, wer der
FC Juniors OÖ ist und selbst wenn, wird es ihm den Effekt bringen, den er sich von einer Einladung des LASK verspricht? Und dann lädt er vielleicht doch den FC Juniors ein, der gewinnt prompt das gut besetzte Turnier, über das auch in der lokalen Presse berichtet wird, doch der Erfolg wird von den Menschen vor Ort, die die Pressemitteilungen lesen, gar nicht dem LASK zugerechnet, weil sie die Verbindung nicht kennen. Und sie haben in ihrer Unwissenheit sogar noch recht damit, denn „es besteht rein rechtlich keine Verbindung zum LASK“ (Zitat F. Mayer). Erneut würde sich wohl jeder Marketing-Fachmann an den Kopf greifen. Man hat einen tollen Erfolg gefeiert, für den Spieler und Trainer hart gearbeitet haben, es wird auch darüber berichtet, doch die Medienpräsenz der eigenen Marke wird hergeschenkt an ein künstliches Vereinskonstrukt, das weder im Namen noch im Logo etwas mit dem LASK zu tun hat.
Gerade unsere aktuelle Vereinsführung macht so viel Großartiges zur Stärkung unserer Identität und unseres Zusammenhalts. Das beginnt beim offenen Ohr für den einfachen Fan, geht über die Rückbesinnung auf unser traditionelles Logo sowie den korrekten Namen (ohne dem doppelten Linz) und endet noch lange nicht beim gemeinsamen Freibier  mit dem sympathischen Präsidenten-Duo am Stehplatz im Fansektor.
 
Vielleicht ist ja auch in der „Causa Juniors OÖ“ noch nicht das letzte Wort für alle Zeiten gesprochen. Vielleicht gibt es Mittel und Wege, dass in Namen und Logo die vier so bedeutsamen Buchstaben wieder auftauchen.
 
Vielleicht bin ich nur ein Träumer, ein Nostalgiker, ein fußballerischer Gut-Mensch und vielleicht stehen die von mir erhobenen Fragen und Nachteile in keinem Verhältnis zu den Vorteilen, die der LASK von diesem Kunstprodukt FC Juniors OÖ haben wird – aber ich werde das so schöne und für die aktuelle Führung auch so glaubwürdige und passende Motto auf meiner Kaffeetasse aus dem LASK-Fanshop nicht auf „Gemeinsam sind wir LASK und der FC Juniors OÖ“ ändern – nein, es bleibt für mich „Gemeinsam sind wir LASK“. Solo ASK!
 
Günther Waldhör

„Meer – Siege“ U-17 gewinnt Istria-Cup, U-15 auf Platz 4

Am heurigen Osterwochenende waren die Ältesten unseres Nachwuchses zu Gast im malerischen Pula in Kroatien. Dort fanden Turniere um den „Istria-Cup“ für den gesamten Nachwuchsbereich U-9 bis U-19 mit teilnehmenden Mannschaften aus fünf Nationen statt. Die gemeinnützige Organisation „KOMM MIT“ aus Deutschland organisierte in Pula zwei ihrer seit 35 Jahren bekannten Internationalen Jugendfußballturniere. An den Turnieren von „KOMM MIT“ nehmen jährlich bis zu 30 000 junge Mädchen und Burschen aus über 40 verschiedenen Nationen teil.
 
Das Motto „Alltogether“ drückt schon die wesentliche Absicht der Turnierserie aus: Förderung des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Länder und Kulturen! Aber auch Projekte der gesundheitlichen Aufklärung, des ehrenamtlichen Engagements und der Förderung des interkulturellen Austausches werden intensiv unterstützt.
Mit großer Gründlichkeit und mit Liebe zum Detail werden diese Turniere vorbereitet und durchgeführt. Stimmungsvolle Feiern – wie in Pula im uralten Amphitheater, feierlich gestaltete Finalspiele mit Landeshymnen und Vorstellung jedes einzelnen Spielers, gemeinsame Freizeitgestaltung und vieles mehr gehören zum Standard der Turnierserie.

Spieler, Trainer und erstaunlich viele Eltern trafen sich am heurigen Gründonnerstag, 29.03. bereits um 5.00 Uhr früh in Pasching zur Abfahrt nach Kroatien. Gegen 13.30 nahm die Reisegruppe erfreut die Ankunft in Medulin zur Kenntnis, wo man in einem tollen Vier-Sterne-Hotel Quartier nahm. Medulin, etwa 10 Kilometer von Pula entfernt, ist ein früheres kleines Fischerdorf, das heute das Zentrum des Tourismus Südistriens ist. Rasch musste natürlich nach den Sportplätzen gesehen werden und man erkannte hocherfreut, dass diese direkt am Meer lagen. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr machte man bei einer lockeren Trainingseinheit mit dem Kunstrasenplatz Bekanntschaft, ehe man den Tag gemütlich ausklingen ließ.
 
  • Meer_U17_2 (Groß)
  • Meer_U17_1 (Groß)

Am nächsten Morgen ging es dann nach Pula zur festlichen und stimmungsvollen Eröffnungsfeier im berühmten antiken Amphitheater - unter anderem mit den Nationalhymnen der teilnehmenden Mannschaften und mit der Europahymne.
Am Nachmittag des Karfreitags, 30.03., nahmen dann 88 Teams aus 5 Nationen ihre Wettbewerbe in Angriff. Für den LASK taten dies die U-15 und die U-17 höchst erfolgreich. Beide Mannschaften feierten je zwei klare Auftaktsiege in ihren Gruppen und konnten so beruhigt die Abendstunden am herrlichen Meer genießen.

Samstagvormittag ging es mit einem intensiven Turnierprogramm weiter. Neben weiteren Siegen musste die U-15 eine erste, knappe 0:1-Niederlage einstecken und die U-17 sich in einem Spiel mit einem Remis zufriedengeben. Für die U-17 reichte diese Performance aber locker für den direkten Einzug in das Viertelfinale. Aufgrund der einen Niederlage musste die U-15 eine Ehrenrunde einlegen und als Gruppenzweiter der Vorrunde ein Achtelfinalspiel gegen einen Gruppenersten aus einer anderen Vorrundengruppe bestreiten. Mit der Unterstützung aller Spieler und aller Eltern von beiden anwesenden LASK-Teams konnte diese Hürde gegen ein deutsches Team mit 3:0 souverän gemeistert werden. Nach einigen freien Nachmittagsstunden kam so gegen 21.00 Uhr eine gutgelaunte Viertelfinal-Truppe zurück ins Hotel. Man saß noch etwas beisammen, doch der Sandmann rief – zumindest die Spieler – zeitgerecht in ihre Betten. Schließlich wollte man am Ostersonntag ausgeruht in die bereits um 9.00 Uhr startenden Finalspiele gehen.

Dieses Vorhaben gelang auch und Hand in Hand stiegen die beiden LASK-Mannschaften mit 3:0 (U-15) und 1:0 (U-17) ins Halbfinale auf. Dort bäumten sich jeweils deutsche Mannschaften vor den Vertretern Österreichs auf. Beide rot-weiß-roten Teams, die ja eigentlich die schwarz-weißen waren, ernteten für ihr kluges, selbstbewusstes und faires Spiel viel Lob. So richtig Freude mit dem Lob hatte allerdings zunächst nur die U-17, die nach einem weiteren 1:0-Sieg ins Endspiel einzog. Die U-15 dominierte zwar ihren deutschen Gegner im Vergleich zur siegreichen U-17 ebenso, verlor aber nach einem 1:1 das Match höchst unglücklich im Elfmeterschießen. Kurz darauf verlor eine enttäuschte, im Kopf leere, Mannschaft auch noch das „Elfmeterschießen um Platz 3“. Aus Zeitgründen war hier kein eigenes Spiel um Rang 3 vorgesehen, sondern eben nur ein Elfmeterschießen.
 
  • Gruppenspiele_U17_2 (Groß)
  • Gruppenspiele_U17_1 (Groß)
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Ein solches brauchte weiterhin nicht unsere bärenstarke U-17. Als Gegner im Endspiel kam genau jenes kroatische Team ins Stadion, gegen das man in der Vorrundengruppe bei einem Remis als einziges Team noch nicht hatte gewinnen können. Unsere Linzer wollten nun unbedingt diesen Sieg holen – für sich, für die Kollegen der U-15, das als von vielen Kiebitzen als „das klar beste Team ihrer Altersklasse gesehen wurde“ und dann zweimal im Elferschießen scheiterte, für den LASK, für Österreich. Lautstark angefeuert von allen anwesenden Oberösterreichern nahmen Zuschauer und Spieler den harten, aber stets fairen, Kampf um den Platz an der Sonne auf. Und tatsächlich gelang es den jungen Schwarz-Weißen, ihren Gegner knapp aber doch in die Knie zu zwingen. Mit dem dritten 1:0 in den Finalspielen dieses Tages sicherte sich unsere U-17 den Gesamtsieg dieses Turniers. Groß waren zurecht Stolz und Freude über diese wunderbare Leistung!

Man trat damit in die Fußstapfen der damaligen LASK - U-11 / Jahrgang 2001, die im Juli 2012 mit dem „Austrian Football Summer Cup“ ebenfalls ein Turnier der „KOMM MIT“-Serie gewonnen hatte. Einzig der damalige Austragungsort war etwas weniger idyllisch gelegen als der aktuelle 2018. Das damalige Turnier fand in Linz (Vorrunden) und in St. Florian (Finalspiele) statt.
 
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In Pula erfolgte noch eine wunderschöne Abschlussfeier mit integrierten Siegerehrungen. Nach einer weiteren kurzen Nacht am Meer und der gemeinsam begangenen Freude über die guten Leistungen am Rasen ging es Ostermontag, 02.04., früh wieder zurück in die Heimat. Für die Gemeinschaft im Verein, vor allem im eigenen Jahrgang, aber auch darüber hinaus, war diese Reise für alle Beteiligten ein Riesenerfolg. Schon werden erste Pläne geschmiedet, auch im nächsten Jahr dabei zu sein und den Linzer ASK erneut so überzeugend zu repräsentieren wie heuer, wenn es wieder heißt „KOMM MIT...international“!
 
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Anmerkung:
Seit1908.at dankt Herrn Schatzeder Hermann (Vater, U-18) und Herrn Hofmeister Klaus (Trainer, U-16) für die freundlichen Gespräche und die interessanten Informationen sowie die Fotos über die Reise nach Pula / Medulin.
Gerne sind wir noch offen für weitere Informationen und Bilder (die zur Verfügung stehenden stammen aus dem U-15/16 Bereich).
Da der Chronist nicht vor Ort war und selbst auf der Homepage von „KOMM MIT“ keine Ergebnislisten zu finden waren, fehlen leider statistische Angaben zu den beiden Turnieren.

Set1908.at gratuliert den beiden Mannschaften und ihren Betreuern Klaus Hofmeister und Mirsad Gashi sehr herzlich zu den gezeigten Leistungen und zu den tollen Ergebnissen mit Rang 4 für die U-15 und dem Turniersieg „Istria Cup 2018, U—17“
!
 
 
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