Waldhör Günther

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Der LASK im Europacup - Von beleidigten Zyprioten, Göttern des Lichts und des Fußballs und Vorfreude auf eine schöne Reise

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UI – Cup 1996 – zum zweiten Mal stand der legendäre – vom Österreicher Karl Rappan für die TOTO-Spieler erfundene „Sommercup“ - unter der Patronanz der UEFA. Der Bewerb war konstruiert als Qualifikationsturnier für den UEFA-Cup.

60 Mannschaften wurden zunächst in 12 Gruppen á 5 Teams aufgeteilt und ermittelten in einer einfachen „Jeder gegen Jeden“-Runde (2 Heimspiele, 2 Auswärtsspiele, 1mal spielfrei) die Gruppensieger. Diese 12 Teams bestritten im K.o.-Modus Halbfinal- und Finalspiele. Nach dem Halbfinale blieben sechs Mannschaften übrig, nach dem Finale noch drei und diese drei standen in der
1. Hauptrunde des UEFA-Cups.
 
Der LASK hatte in der Saison 1995/96 Platz 6 belegt und nahm gemeinsam mit der fünftplatzierten Wiener Austria und der siebtplatzierten SV Ried im Innkreis den UIC in Angriff. Wie viele andere Mannschaften auch glaubte man aber nicht wirklich an eine realistische Chance noch die Kurve nach Europa zu kratzen, sondern sah den Bewerb eher als kleines finanzielles und sportliches Zubrot in der Vorbereitung auf die folgende Meisterschaft. So drückte es auch der neue deutsche Star-Trainer Friedel Rausch aus: „Der UI-Cup ist Zubrot.
Tag
X ist der 24. Juli
(Meisterschaftsstart). Da müssen wir bereit sein!“

Bereit war der LASK aber bisher auch in der Intertoto-Gruppenphase: Zwei Spiele waren bislang zu absolvieren, sechs Punkte waren die erfreuliche Ausbeute und auch das Torverhältnis von 6:0 konnte sich allemal sehen lassen.

Die spielfreie Runde hatte der LASK für Spieltag 3 gezogen. Man blieb aber nicht untätig und besiegte in zwei Freundschaftsspielen die beiden Zweitligisten Vorwärts Steyr (3:1) und DSV Leoben (3:0). Allgemein konstatierte die Presse bereits einen gut organisierten LASK, der das Selbstbewusstsein, das sein berühmter Trainer ausstrahlte, auch schon auf die Spielfelder brachte. Bemängelt wurde hie und da die Torausbeute, da man in allen Spielen zu viele Chancen vergab. Zur Behebung dieses Problems tourte Manager Max Hagmayr – ausgestattet mit nicht schlecht gefüllter Brieftasche, die ihm Präsident Wolfgang Rieger und Vize-Präsident Josef „Lucky Joe“ Strauß mit auf die Reise gaben - durch Europa. Immer wieder tauchte der Name Toni Polster auf, der sich zu dieser Zeit gerade in Köln am Zenit seines Könnens („Toni-Doppelpack“) befand. Doch die Zeit für eine Rückkehr in die österreichische Heimat war noch nicht reif. Mit dem 24-jährigen Norweger Vidar Riseth kam jedoch ein Mann nach Linz, der viel versprach. In Kongsvinger hatte er in 56 Spielen 20 Treffer erzielt. Als er am Spieltag in Wels einen Dreijahresvertrag beim LASK unterschrieb, ahnte noch niemand der Beteiligten welch große Karriere dem sympathischen Blondschopf noch bevorstand … 52 Teamspiele für Norwegen mit Teilnahmen an je einer WM- und EM-Endrunde und ein Transfer zu Celtic Glasgow seien als Highlights genannt.
 
1996 aber saß er im etwas baufälligen Union-Stadion von Wels, wohin der LASK für einige Wochen ausweichen musste, weil im Linzer Stadion „Auf der Gugl“ eine Rasenheizung installiert wurde, und sah seinen künftigen Kollegen am Samstag, dem 13. Juli 1996 ab 18.00 Uhr gemeinsam mit etwa 1000 weiteren Besuchern gegen den zypriotischen Klub Apollon Limassol auf die Beine.

Apollon Limassol wurde im April des Jahres 1954 von einer kleinen Gruppe junger Männer ins Leben gerufen, die mit der Gründung athletische und soziale Kompetenzen der Mitglieder stärken wollten. Im Oktober 1955 wurde die Fußballabteilung Apollons in den zyprischen Verband aufgenommen und startete in der zweithöchsten Leistungsstufe. In der ersten Saison verlor man zwar alle acht ausgetragenen Spiele, doch schon 1957 gelang der Aufstieg in die 1. Division, der man seither ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag angehört … das HSV-Maskottchen „Dino“ wird nach dem ersten Bundesliga-Abstieg der Hanseaten 2018 vielleicht schon einen fliegenden Wechsel nach Limassol ins Auge fassen. 
Zum Zeitpunkt der Begegnung mit unserem LASK hatte Apollon zweimal die zyprische Meisterschaft und viermal den nationalen Cup gewonnen – in den 22 Jahren danach kamen noch ein Meistertitel, fünf Pokalsiege und drei Supercup-Erfolge dazu - immer wieder Grund zur Freude also für den Klub aus der Hafenstadt im Süden Zyperns, dem Sonnenparadies im Mittelmeer. 

Die Stadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon seit der Steinzeit besiedelt, liegt sie heute zwischen den antiken Städten Amathus und Kourion. Grabfunde werden bis ins zweite Jahrtausend vor Christus datiert. Eng verbunden ist Limassols Geschichte auch mit König Richard Löwenherz, der im Zusammenhang mit dem Dritten Kreuzzug Ende des 12. Jahrhunderts hier Kämpfe führte, jedoch auch seine Hochzeit mit Berengana von Navarra in der Stadt feierte. Später fiel Limassol auch noch unter venezianische und dann osmanische Herrschaft. Heute ist die Stadt Finanzzentrum und beliebte Tourismus-Destination. 
Letzteres hat man nicht zuletzt dem stets blauen Meer und dem hellen Licht am Meer und am Strand zu verdanken. Der griechischen Götter-Mythologie zufolge ist für dieses Licht Gott Apollon (= Phoibus, = Phevos) zuständig. Als Gott des Lichtes ist er auch der Gott des Frühlings und der Reinheit, der Mäßigung sowie der schönen Künste, im Besonderen der Musik. Diesem Gott Apollo erweist der Verein mit seinem Namen und mit seinem Wappen die Ehre.
 
Ein Fußballgott ist zwar in der griechischen Götterlehre nicht bekannt, dennoch gibt es ihn auf Zypern und - er ist ein ehemaliger LASK-Spieler! Das bekannte deutsche Fußballmagazin „11 Freunde“ widmete ihm 2011 einen ausführlichen Artikel. Unter dem Titel „Als Rainer Rauffmann Fußballgott auf Zypern wurde“ erfährt der geneigte Leser, dass der Mann aus Kleve in sieben Jahren bei Omonia Nikosia in 152 Spielen sagenhafte 181 Tore erzielte, zweimal Meister wurde und viermal Schützenkönig. 1998 war er der beste Schütze Europas und konnte sich den „Goldenen Schuh“ nur deshalb nicht in seine Vitrine stellen, weil der Liga-Koeffizient der zyprischen Meisterschaft zu gering ist. Rauffmann heiratete eine Zypriotin, wechselte zur griechisch-orthodoxen Konfession und änderte seinen Namen auf Rainer Markos Rauffmann. Es gab eine wöchentliche Comedy-Serie im TV, die ihn als Mittelpunkt hatte, die Fans nannten ihn – wie einst den großen (brasilianischen) Ronaldo - „Das Phänomen“. Aus Liebe zu seiner neuen Heimat, in der er – wenn er es nur gewollt hätte - wohl auch Staatspräsident hätte werden können, ließ er sich einbürgern und wurde im Herbst seiner Karriere auch noch viermaliger zypriotischer Nationalteamspieler mit zwei Toren. Als Trainer und Scout blieb er dem zyprischen Fußball treu. Treu bleiben ihm - auch noch Jahre nach der Karriere - die zahlreichen Verehrer, für die Rainer Rauffmann, LASK-Spieler 1996/97, schlicht und einfach ihr „Fußballgott“ ist.
 
Wer den Artikel nachliest, sollte sich nicht wundern, dass der LASK bei der Aufzählung der Stationen von Rauffmann fehlt. Zwei Erklärungsmodelle kann der Chronist anbieten:
 
1. Unsere deutschen Freunde halten 10 Monate Leihvertrag mit 18 Pflichtspielen (16 Meisterschaft, 2 Cup) und 3 Toren in Österreich für nicht ausreichend relevant, um sie auch nur zu erwähnen.
2. Der Autor des Artikels nennt die Aufzählung der deutschen Stationen des Spielers Rauffmann – Blau-Weiss 90 Berlin, SV Meppen, Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld – eine „Blaupause der Graumäusigkeit“ … und dass in einer Aufzählung von „Graue Mäuse-Vereine“ der LASK als schillernder Fixstern am Fußballhimmel, der Antipode zu einer grauen Maus schlechthin unmöglich aufscheinen kann, ist selbsterklärend. Noch Fragen?
 
Auch keine graue Maus ist Apollon Limassol in Zypern. Die Fans von Apollon gehören tatsächlich zu den besten in Zypern. Schon als organisierter Support auf der Insel noch ganz unüblich und Großteils unbekannt war – Anfang der Achtziger Jahre - reisten die Anhänger Apollons organisiert zu Auswärtsspielen.
 
Nach Wels reisten – soweit bekannt – keine organisierten Anhänger mit, einige der Verantwortlichen des Vereins werden die Reise nach Oberösterreich aber länger nicht vergessen haben. Im Welser Hotel, in dem sie untergebracht waren, bezeichnete man die Gäste als Türken. Was für ein Fauxpas – angesichts des jahrzehntelangen Konflikts zwischen der griechisch-stämmigen und der türkisch-stämmigen Bevölkerung Zyperns sowie den jeweiligen Mutterländern. Zypern ist ja geteilt in einen großen griechischen Teil und in einen kleinen türkischen („Türkische Republik Nordzypern“). Die Vereinsverantwortlichen reagierten entsprechend verschnupft und forderten von da an die strikte Einhaltung der UEFA-Vorschriften und ließen sich demgemäß auch von einer Polizei-Eskorte zum Stadion bringen.
 
Für Limassol war das Match gegen den LASK bereits die Abschiedsvorstellung vom laufenden UI-Cup. Hier fiel die Spielfreiheit auf Spieltag 5. Einer durchaus ehrenvoll-knappen 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen folgte ein schlimmes 0:8 in Stockholm gegen Djurgardens, dem wiederum allerdings einer der wenigen internationalen Siege folgte. Der Vertreter der Faroer-Inseln, B 68 Toftir konnte mit 4:1 bezwungen werden.
 
LASK—Trainer Friedel Rausch warnte – wie vor solchen Spielen üblich – Mannschaft und Fans: „Alles spricht schon vom Endspiel um den Gruppensieg gegen Bremen, aber zunächst müssen wir gegen Limassol gewinnen. Auch einen Klub aus Zypern muss man erst einmal bezwingen!“
 
Das Fehlen des gesperrten Mittelfeld-Regisseurs Ivica Duspara, der ein Jahr zuvor vom blauweißen Mitbewerber zum schwarzweißen Stolz des Landes gewechselt war, sowie des quirligen Stürmers Christoph Westerthaler aufgrund einer Verletzung an der Leiste war zwar nicht angenehm, sollte aber gegen die als nicht so stark eingeschätzten Blau-Weißen (Zyprioten!) kein größeres Problem darstellen.Über den Spielverlauf schrieben die heimischen Medien nicht allzu viel. Ihnen waren die Meldungen über den Riseth—Transfer, das Werben um Toni Polster oder das bevorstehende „Endspiel“ gegen Werder Bremen in ihrer Berichterstattung deutlich wichtiger.
 
Jedenfalls bestimmten unsere Athletiker das Spiel klar und lieferten eine durchaus sehenswerte erste Halbzeit ab. In Summe konnten sie aber nicht ganz überzeugen und wirkten vor allem in Hälfte 2 müde und ideenlos. Dennoch gab es am sicheren Sieg keinen Zweifel. Schon früh stellten nämlich Manfred Unger in Minute 9 und Sascha Metlitskij in der 23. Minute mit ihren jeweiligen Kopftoren die Weichen Richtung Bremen.
 
Auch wenn die „Oberösterreichischen Nachrichten“ den extrem defensiv eingestellten und weitgehend harmlosen Gästen „nur Regionalliga-Niveau“ zugestand, so lautete der erwartungsfrohe Titel derselben Zeitung nach dem 2:0-Sieg doch auch „Der LASK auf dem Weg zur Europareife“. Neben dem ungefährdeten Sieg, den Toren und teilweise dem Spiel in Halbzeit 1 wusste auch die südafrikanische Neuerwerbung Brendan Augustine zu gefallen. Er wirkte „agil und kreativ“ (OÖN), so heißt es, obgleich er „ein halbes Dutzend guter Möglichkeiten ausließ“.
 
In der Tabelle der Ui-Gruppe 2 zeitigte die mangelnde Chancenverwertung keine negativen Folgen. Werder Bremen gelang am selben Wochenende wohl auch der dritte Sieg, dieser fiel allerdings mit 2:0 gegen die Färinger von Toftir B98 nicht deutlich genug aus, um den LASK in dieser Hinsicht noch zu gefährden. Einem Bremer Torverhältnis nach drei Spielen von 7:2 stand ein doch noch heller strahlendes von gar 8:0 unserer Schwarz- Weißen gegenüber. Das Punktemaximum von 9 Zählern stand sowieso bei beiden Klubs in der Zählwertung. Für unseren LASK bedeutete dieses Faktum den kleinen Vorteil, dass im Weser-Stadion „schon“ ein Unentschieden zum Gruppensieg reichen würde. Immerhin … dennochspielte Friedel Rausch sofort wieder die Rolle des Mahners: „Es wird sehr schwer. Werder will unbedingt in den Europacup. Für uns müsste alles zu 120 Prozent passen. Aber wir reisen auch unbelastet und voller Selbstvertrauen nach Bremen!“
 
Na also, auf geht’s – Bremen, wir kommen!
 
Stimmen:
 
Dragan Dubajic, Stürmer: Uns steckt das Training in den Beinen. Mit Rausch machen wir zwar fast alle Übungen mit dem Ball, aber die Einheiten sind sehr intensiv.
 
Vidar Riseth, Neuerwerbung: Vor der Pause war es ein sehr gutes Spiel.
Ich freue mich auf Linz!
 
Für unseren LASK in Europa:
 
Augustine Brendan, Dubajic Dragan, Kartalija Goran, Kauz Jürgen, Kogler Hans, Kraßnitzer Mario, Lorenz Helmut, Metlitskij Alexander, Rohseano Klaus, Russ Kurt, Scharrer Markus, Stromberger Hannes, Unger Manfred, Weissenberger Markus
 
Statistik
Europapokal IV – UEFA-Intertoto-Cup 1996, Gruppe 2, Spieltag 4
Samstag, 13. Juli 1996, 18.00 Uhr
Wels, Union-Stadion, 1000 Zuschauer
Schiedsrichter Dordevic (Jugoslawien)
 
LASK vs. Apollon Limassol (Zypern)                                                             2:0 (2:0)
 
Tore: Kogler H. (9.), Metlitskij (23.)
 
LASK: Krassnitzer, Kartalija, Unger (46. Russ), Rohseano, Scharrer, Kogler H., Stromberger (46.Lorenz), Metlitskij, Weissenberger M., Dubajic(46., Kauz), Augustine; Couch: Rausch
Apollon Limassol: Michael, Kyriakou (83., Demetriou)., Sofokleous St., Hadjiconstantis, Sofokleous A., Arestis, Kais, Christofi, Marneros (46., Stylianou), Evripidou, Tsolakis (55., Kyriakou X.); Coach: Vukotic
 
LASK in Gruppe 2 nach 4 von 5 Spieltagen auf Platz 1
 
Quellen:
 

 




LASK oder FC Juniors OÖ – egal?

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Warum Name und Logo wichtig sind
 
„Es ist nicht wirklich relevant für einen Elfjährigen, ob der Verein Juniors OÖ oder LASK heißt.“ Dieses Zitat von Herrn Franz Mayer, Präsident und sportlicher Leiter, der FC Juniors OÖ, im Interview mit Harald Holzmann von seit1908.at (FC Juniors OÖ – Die Talenteschmiede des LASK, 19.05.2018) beunruhigt mich und ich halte es – zumindest in der Verallgemeinerung - für falsch.
Ich verstehe natürlich, dass ein Präsident für seinen Klub sprechen muss und eine andere Sichtweise auf viele Dinge hat als der einfache Fan von außen.
Vorausschicken möchte ich auch, dass ich nach 40 Jahren Anhängerschaft unendlich glücklich bin über die aktuelle Führung des LASK. Ich halte unseren Präsidenten, Vize-Präsidenten und viele, viele andere handelnde Personen für hochkompetent und bin ihnen zu 1908% dankbar für das, was sie tagtäglich für meinen Herzensklub tun.

Nicht glücklich bin ich mit einer einzigen Entscheidung der letzten Zeit – der Auflösung der LASK Amateure und deren Aufgehen im neuen „Fußballclub Juniors Oberösterreich“ und deren Folgeerscheinungen.
Ich weiß, dass viele – auch sehr kompetente, auch mit mir bekannte und befreundete Personen aus verschiedenen Gründen dafür sind. So manchen dieser Vernunft-Gründe kann ich auch gut nachvollziehen. Als Fußball-Traditionalist habe ich keine Freude damit, hatte aber auch bisher keine Lust dazu, mich intensiver damit zu befassen. Das hat sich geändert seit mir bewusst wurde, dass das Projekt Juniors OÖ auch Auswirkungen auf den LASK-Nachwuchs hat.

„Als mich Trainer Kurt fragte, ob ich zum LASK wechseln möchte, war das der schönste Tag meines Lebens!“ schrieb unser damals zehneinhalbjähriger Sohn bei einer Deutsch-Schularbeit in sein Heft.
Ich stelle mir den Satz komplett gleich lautend vor und ersetze nur LASK durch FC Juniors … hätte er so einen Satz geschrieben, hätte er so fühlen können? Ich glaube nein. Er hat sich nämlich genau das gewünscht … für den LASK zu spielen. Damalige FC Pasching–Trainer, die ihn schon ein halbes Jahr vorher gerne verpflichten wollten, wissen davon noch heute ein Lied zu singen.
Der Stolz - der natürlich nicht zu Überheblichkeit oder zu einem Mangel an Respekt gegenüber anderen Klubs führen darf – darauf, für den traditionsreichsten, beliebtesten und erfolgreichsten Klub im Bundesland spielen zu dürfen, ist meiner Meinung nach gerade heute enorm wichtig, wo schon Kinder bzw. deren Eltern mit allerlei Vorteilen und Annehmlichkeiten zu größeren Vereinen gelockt werden. Wie will man denn verhindern, dass es schon bei Kindern beginnt, dass sie heute da und morgen dort spielen, übermorgen dieses Logo küssen und nächste Woche ein anderes? Und wie soll man verhindern, dass die Eltern Fußball mehr als Einzel- denn als Mannschaftssport verstehen, weil sich ihr kleiner Ronaldo oder Messi ohnehin nur auf Durchgangsstation zu Red Bull Salzburg, Bayern München oder Real Madrid befindet?
 
Man kann dem natürlich entgegnen, dass das durch gute Organisations- und Trainerarbeit verhindert werden kann und dass auch der FC Juniors auf viele bisherige LASK-Nachwuchstrainer zurückgreift. Das wird stimmen und ich habe vor den vielen Trainern, die ich in den letzten Jahren als Vater und dann in meiner Tätigkeit für seit1908.at kennenlernen durfte, größte Hochachtung. Gemeinsam mit ihrer organisatorischen Leitung leisteten sie großartige Arbeit. Aber ihre Ziele waren unter anderem, das Image des LASK zu verbessern, dem LASK im Land wieder zu jener Anerkennung zu verhelfen, der er auch im Nachwuchs schon zeitweise verlustig gegangen war.
 
Ich zitiere aus Interviews, die in den letzten drei Jahren mit Trainern und der Organisatorischen Leitung für seit1908.at geführt wurden: „Es ist ein Privileg, den LASK-Dress zutragen!“ „Beim LASK arbeiten zu dürfen, ist ein Traum für mich!“, „Ich bin ein LASK-Verrückter!“ „Die Wahrnehmung steigt wieder!“ „Wir haben gesagt, wir wollen mit unserem Auftreten das Image unseres Klubs verbessern, aufpolieren, stützen, stärken – wie immer man es nennen mag.“ Die eigenen Spieler sollen-  ohne Überheblichkeit - stolz sein, das LASK-Trikot zu tragen.“ (Ende der Zitate; alle auf: www.seit1908.at/news/nachwuchs)
 
Gerne – und zurecht – wird auch von der „Marke LASK“ gesprochen. Eine Marke kann ich aber doch nur stärken, wenn ich auch unter dem Namen der Marke auftrete und all das Positive, um das ich mich bemühe, eben dieser Marke zugutekommt.
 
Würde Coca-Cola jemals sagen, einem Elfjährigen ist es egal ob er Coca-Cola oder Pepsi-Cola trinkt? Und wenn die Marketingabteilung auch nur ansatzweise das Gefühl hätte, das könnte tatsächlich so sein, würde sie dann nicht alles unternehmen, um die „Abtrünnigen“ und die „Unentschlossenen“ zur eigenen Marke (zurück-)zu holen?
Unser Klub hat auch den unschätzbaren Vorteil, dass er ungemein bekannt ist – eben eine Marke ist - und sich selbst unsere Gegner oft über unseren Klub definieren. Sie wollen dann eben nicht sein wie der LASK oder zumindest den LASK hin und wieder besiegen können.
 
Im Nachwuchs ist es für unzählige Klubs und Altersstufen das Highlight der Saison, wenn der LASK kommt … schon Wochen davor wird darüber gesprochen und wem etwa ein Tor gelingt – und sei es nur das Ehrentor bei einer hohen Niederlage – der spricht noch lange mit Stolz davon. Will man wirklich, dass sich kleine Fußballer und ihre Eltern nicht mehr auf den LASK freuen können, sondern auf den FC Juniors, unter dem sich wahrscheinlich noch Jahre lang keiner wirklich etwas vorstellen kann?
 
Sehr wichtig im gesamten Nachwuchsbetrieb sind auch die Einladungen zu nationalen und internationalen Turnieren. Auch da ist die Marke LASK eine bekannte und gern Gesehene. Gerade national schmückt man das Veranstaltungsplakat oder die Homepage dann gerne mit dem Logo des LASK. Wird ein Veranstalter etwa in der Steiermark wissen, wer der
FC Juniors OÖ ist und selbst wenn, wird es ihm den Effekt bringen, den er sich von einer Einladung des LASK verspricht? Und dann lädt er vielleicht doch den FC Juniors ein, der gewinnt prompt das gut besetzte Turnier, über das auch in der lokalen Presse berichtet wird, doch der Erfolg wird von den Menschen vor Ort, die die Pressemitteilungen lesen, gar nicht dem LASK zugerechnet, weil sie die Verbindung nicht kennen. Und sie haben in ihrer Unwissenheit sogar noch recht damit, denn „es besteht rein rechtlich keine Verbindung zum LASK“ (Zitat F. Mayer). Erneut würde sich wohl jeder Marketing-Fachmann an den Kopf greifen. Man hat einen tollen Erfolg gefeiert, für den Spieler und Trainer hart gearbeitet haben, es wird auch darüber berichtet, doch die Medienpräsenz der eigenen Marke wird hergeschenkt an ein künstliches Vereinskonstrukt, das weder im Namen noch im Logo etwas mit dem LASK zu tun hat.
Gerade unsere aktuelle Vereinsführung macht so viel Großartiges zur Stärkung unserer Identität und unseres Zusammenhalts. Das beginnt beim offenen Ohr für den einfachen Fan, geht über die Rückbesinnung auf unser traditionelles Logo sowie den korrekten Namen (ohne dem doppelten Linz) und endet noch lange nicht beim gemeinsamen Freibier  mit dem sympathischen Präsidenten-Duo am Stehplatz im Fansektor.
 
Vielleicht ist ja auch in der „Causa Juniors OÖ“ noch nicht das letzte Wort für alle Zeiten gesprochen. Vielleicht gibt es Mittel und Wege, dass in Namen und Logo die vier so bedeutsamen Buchstaben wieder auftauchen.
 
Vielleicht bin ich nur ein Träumer, ein Nostalgiker, ein fußballerischer Gut-Mensch und vielleicht stehen die von mir erhobenen Fragen und Nachteile in keinem Verhältnis zu den Vorteilen, die der LASK von diesem Kunstprodukt FC Juniors OÖ haben wird – aber ich werde das so schöne und für die aktuelle Führung auch so glaubwürdige und passende Motto auf meiner Kaffeetasse aus dem LASK-Fanshop nicht auf „Gemeinsam sind wir LASK und der FC Juniors OÖ“ ändern – nein, es bleibt für mich „Gemeinsam sind wir LASK“. Solo ASK!
 
Günther Waldhör

„Meer – Siege“ U-17 gewinnt Istria-Cup, U-15 auf Platz 4

Am heurigen Osterwochenende waren die Ältesten unseres Nachwuchses zu Gast im malerischen Pula in Kroatien. Dort fanden Turniere um den „Istria-Cup“ für den gesamten Nachwuchsbereich U-9 bis U-19 mit teilnehmenden Mannschaften aus fünf Nationen statt. Die gemeinnützige Organisation „KOMM MIT“ aus Deutschland organisierte in Pula zwei ihrer seit 35 Jahren bekannten Internationalen Jugendfußballturniere. An den Turnieren von „KOMM MIT“ nehmen jährlich bis zu 30 000 junge Mädchen und Burschen aus über 40 verschiedenen Nationen teil.
 
Das Motto „Alltogether“ drückt schon die wesentliche Absicht der Turnierserie aus: Förderung des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Länder und Kulturen! Aber auch Projekte der gesundheitlichen Aufklärung, des ehrenamtlichen Engagements und der Förderung des interkulturellen Austausches werden intensiv unterstützt.
Mit großer Gründlichkeit und mit Liebe zum Detail werden diese Turniere vorbereitet und durchgeführt. Stimmungsvolle Feiern – wie in Pula im uralten Amphitheater, feierlich gestaltete Finalspiele mit Landeshymnen und Vorstellung jedes einzelnen Spielers, gemeinsame Freizeitgestaltung und vieles mehr gehören zum Standard der Turnierserie.

Spieler, Trainer und erstaunlich viele Eltern trafen sich am heurigen Gründonnerstag, 29.03. bereits um 5.00 Uhr früh in Pasching zur Abfahrt nach Kroatien. Gegen 13.30 nahm die Reisegruppe erfreut die Ankunft in Medulin zur Kenntnis, wo man in einem tollen Vier-Sterne-Hotel Quartier nahm. Medulin, etwa 10 Kilometer von Pula entfernt, ist ein früheres kleines Fischerdorf, das heute das Zentrum des Tourismus Südistriens ist. Rasch musste natürlich nach den Sportplätzen gesehen werden und man erkannte hocherfreut, dass diese direkt am Meer lagen. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr machte man bei einer lockeren Trainingseinheit mit dem Kunstrasenplatz Bekanntschaft, ehe man den Tag gemütlich ausklingen ließ.
 
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Am nächsten Morgen ging es dann nach Pula zur festlichen und stimmungsvollen Eröffnungsfeier im berühmten antiken Amphitheater - unter anderem mit den Nationalhymnen der teilnehmenden Mannschaften und mit der Europahymne.
Am Nachmittag des Karfreitags, 30.03., nahmen dann 88 Teams aus 5 Nationen ihre Wettbewerbe in Angriff. Für den LASK taten dies die U-15 und die U-17 höchst erfolgreich. Beide Mannschaften feierten je zwei klare Auftaktsiege in ihren Gruppen und konnten so beruhigt die Abendstunden am herrlichen Meer genießen.

Samstagvormittag ging es mit einem intensiven Turnierprogramm weiter. Neben weiteren Siegen musste die U-15 eine erste, knappe 0:1-Niederlage einstecken und die U-17 sich in einem Spiel mit einem Remis zufriedengeben. Für die U-17 reichte diese Performance aber locker für den direkten Einzug in das Viertelfinale. Aufgrund der einen Niederlage musste die U-15 eine Ehrenrunde einlegen und als Gruppenzweiter der Vorrunde ein Achtelfinalspiel gegen einen Gruppenersten aus einer anderen Vorrundengruppe bestreiten. Mit der Unterstützung aller Spieler und aller Eltern von beiden anwesenden LASK-Teams konnte diese Hürde gegen ein deutsches Team mit 3:0 souverän gemeistert werden. Nach einigen freien Nachmittagsstunden kam so gegen 21.00 Uhr eine gutgelaunte Viertelfinal-Truppe zurück ins Hotel. Man saß noch etwas beisammen, doch der Sandmann rief – zumindest die Spieler – zeitgerecht in ihre Betten. Schließlich wollte man am Ostersonntag ausgeruht in die bereits um 9.00 Uhr startenden Finalspiele gehen.

Dieses Vorhaben gelang auch und Hand in Hand stiegen die beiden LASK-Mannschaften mit 3:0 (U-15) und 1:0 (U-17) ins Halbfinale auf. Dort bäumten sich jeweils deutsche Mannschaften vor den Vertretern Österreichs auf. Beide rot-weiß-roten Teams, die ja eigentlich die schwarz-weißen waren, ernteten für ihr kluges, selbstbewusstes und faires Spiel viel Lob. So richtig Freude mit dem Lob hatte allerdings zunächst nur die U-17, die nach einem weiteren 1:0-Sieg ins Endspiel einzog. Die U-15 dominierte zwar ihren deutschen Gegner im Vergleich zur siegreichen U-17 ebenso, verlor aber nach einem 1:1 das Match höchst unglücklich im Elfmeterschießen. Kurz darauf verlor eine enttäuschte, im Kopf leere, Mannschaft auch noch das „Elfmeterschießen um Platz 3“. Aus Zeitgründen war hier kein eigenes Spiel um Rang 3 vorgesehen, sondern eben nur ein Elfmeterschießen.
 
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Ein solches brauchte weiterhin nicht unsere bärenstarke U-17. Als Gegner im Endspiel kam genau jenes kroatische Team ins Stadion, gegen das man in der Vorrundengruppe bei einem Remis als einziges Team noch nicht hatte gewinnen können. Unsere Linzer wollten nun unbedingt diesen Sieg holen – für sich, für die Kollegen der U-15, das als von vielen Kiebitzen als „das klar beste Team ihrer Altersklasse gesehen wurde“ und dann zweimal im Elferschießen scheiterte, für den LASK, für Österreich. Lautstark angefeuert von allen anwesenden Oberösterreichern nahmen Zuschauer und Spieler den harten, aber stets fairen, Kampf um den Platz an der Sonne auf. Und tatsächlich gelang es den jungen Schwarz-Weißen, ihren Gegner knapp aber doch in die Knie zu zwingen. Mit dem dritten 1:0 in den Finalspielen dieses Tages sicherte sich unsere U-17 den Gesamtsieg dieses Turniers. Groß waren zurecht Stolz und Freude über diese wunderbare Leistung!

Man trat damit in die Fußstapfen der damaligen LASK - U-11 / Jahrgang 2001, die im Juli 2012 mit dem „Austrian Football Summer Cup“ ebenfalls ein Turnier der „KOMM MIT“-Serie gewonnen hatte. Einzig der damalige Austragungsort war etwas weniger idyllisch gelegen als der aktuelle 2018. Das damalige Turnier fand in Linz (Vorrunden) und in St. Florian (Finalspiele) statt.
 
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In Pula erfolgte noch eine wunderschöne Abschlussfeier mit integrierten Siegerehrungen. Nach einer weiteren kurzen Nacht am Meer und der gemeinsam begangenen Freude über die guten Leistungen am Rasen ging es Ostermontag, 02.04., früh wieder zurück in die Heimat. Für die Gemeinschaft im Verein, vor allem im eigenen Jahrgang, aber auch darüber hinaus, war diese Reise für alle Beteiligten ein Riesenerfolg. Schon werden erste Pläne geschmiedet, auch im nächsten Jahr dabei zu sein und den Linzer ASK erneut so überzeugend zu repräsentieren wie heuer, wenn es wieder heißt „KOMM MIT...international“!
 
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Anmerkung:
Seit1908.at dankt Herrn Schatzeder Hermann (Vater, U-18) und Herrn Hofmeister Klaus (Trainer, U-16) für die freundlichen Gespräche und die interessanten Informationen sowie die Fotos über die Reise nach Pula / Medulin.
Gerne sind wir noch offen für weitere Informationen und Bilder (die zur Verfügung stehenden stammen aus dem U-15/16 Bereich).
Da der Chronist nicht vor Ort war und selbst auf der Homepage von „KOMM MIT“ keine Ergebnislisten zu finden waren, fehlen leider statistische Angaben zu den beiden Turnieren.

Set1908.at gratuliert den beiden Mannschaften und ihren Betreuern Klaus Hofmeister und Mirsad Gashi sehr herzlich zu den gezeigten Leistungen und zu den tollen Ergebnissen mit Rang 4 für die U-15 und dem Turniersieg „Istria Cup 2018, U—17“
!
 
 

Der LASK im Europacup - "Mandarinen-Terror"

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Keine Chance gegen den „Mandarinen-Terror“ - LASK verliert beide Spiele gegen Dundee United
 
Was haben der FC Barcelona, Borussia Mönchengladbach, Rapid Wien und der LASK gemeinsam? Sie alle scheiterten in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Fußball – Europacup am schottischen Football Club Dundee United. Der 1909 als Dundee Hibernian gegründete und 1923 in Dundee United umbenannte Verein war zu dieser Zeit nicht nur als starker Außenseiter dabei, sondern mitten drin unter den großen Namen des europäischen Klubfußballs. Davon zeugt nicht zuletzt der Einzug ins UEFA-Cup-Finale der Saison 1986/87. Auf dem Weg dorthin schaltete Dundee die Teams RC Lens (Frankreich), Universitatea Craiova (Rumänien), Hajduk Split (Jugoslawien), FC Barcelona (Spanien) und Borussia Mönchengladbach (Deutschland) aus. Erst im damals noch in zwei Spielen ausgetragenen Finale erwiesen sich die Schweden von IFK Göteborg als eine Spur stärker oder auch glücklicher (1:0, 1:1). Göteborg hatte übrigens im Halbfinale den FC Swarovski Tirol besiegt.
 
Zwei Saisonen vor diesem Bewerb bekam unser LASK nach seinem erstmaligen Aufstieg in eine zweite Europacup-Runde gegen Östers Växjö Dundee als Gegner zugelost. Der finanzielle „Wert“ von United, das kurioserweise in der ersten Runde ebenfalls einen schwedischen UEFA-Cup-Vertreter - AIK Solna (0:1, 3:0) -ausgeschaltet hatte, betrug damals nach schottischen Schätzungen rund 100 Millionen Schilling (ca. 6 540 000 Euro), wobei alleine Stürmerstar Paul Sturrock, der in seiner gesamten fünfzehnjährigen Profikarriere nur für Dundee United auflief und dabei auf über 500 Einsätze kam (plus 20 Länderspiele für Schottland), mit rund 30 Millionen (um die 2 180 000 Euro) etwa dreimal so hoch notierte wie die gesamte Mannschaft des LASK.
 
Da ein Fußballspiel aber zu jeder Zeit nicht an der Börse sondern am Platz entschieden wird, erhoffte man sich in Linz zumindest im Heimspiel einen zählbaren Erfolg. Zwischen den beiden Europacup-Runden hatte der LASK in der heimischen 1. Division der Bundesliga drei Spiele zu absolvieren. Gleich nach dem umjubelten Aufstieg kassierte man beim „ewigen“ Angstgegner Rapid Wien in Hütteldorf eine ganz bittere 1:7-Niederlage. Doch die Mannschaft zeigte eine hervorragende Reaktion und bezwang zunächst in Linz den Favoritner AC glatt mit 3:0 und blieb anschließend sogar am Innsbrucker Tivoli mit 2:0 siegreich.
Am Mittwoch, 24. Oktober 1984 passierten dann gut gelaunte 18 500 Fans die Drehkreuze an den Eingängen zum Stadions der Stadt Linz und erhofften sich eine Sensation. Rund 50 bis 70 Dundee-Fans werden es wohl gewesen sein, die ihr Team in Linz unterstützten. Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichten von einem „Häuflein“ und „einigen“, die noch dazu kamen, erzählen aber auch von einem Marsch über die Linzer Landstraße, bei dem sie „nicht zu überhören“ waren.
 
Nicht zu übersehen war im Spiel die anfängliche Nervosität und Zurückhaltung unserer LASK’ler, sodass die Schotten rasch das Kommando übernahmen. Die frühe Führung der Gäste kam demgemäß nicht wirklich überraschend, wenngleich diese weniger dem überlegenen Spiel als vielmehr einer starken Einzelleistung entsprang. William Kirkwood war aus halbrechter Position mit einem Gewaltschuss aus rund 25 Metern in der 15. Spielminute erfolgreich. Doch nur 12 Minuten später zeigten unsere Schwarz-Weißen, dass sie nicht aus Zufall in der zweiten Europacup-Runde standen. Der schon bis zu diesem Zeitpunkt auffällige Mittelfeldspieler Karl Meister brachte seine gute Balltechnik ins Spiel und dribbelte auf der linken Seite nahe der Eckfahne so lange, bis er Max Hagmayr in günstiger Position entdeckte und ihm den Ball mustergültig zuspielen konnte. Der Mittelstürmer fackelte daraufhin nicht lange, nützte die günstige Position und knallte den Ball „unter frenetischem Jubel“ (OÖN) unhaltbar unter die Latte (27.). Der Spielstand war nun ausgeglichen, das Match selbst aber blieb weitgehend unter Kontrolle der Briten, die mit ihrem geradlinigen und kompromisslosen Spiel überzeugten. Unsere Burschen hatten alle Hände voll zu tun, sich zur Wehr zu setzen. Vor allem Klaus Dantlinger war immer wieder gefordert, seinen Gegenspieler Sturrock keine Sekunde aus den Augen zu lassen. Für die Offensive gelangen dem flinken Erwin Höld und dem dribbelstarken Karl Meister die gefährlichsten Aktionen, auch der kampfstarke Walter Koch behauptete sich gut. Unseren sonst so ideenreichen und gefährlichen Spielmacher „Teddy“ Malnowicz hatten die Schotten im Vorfeld offenbar auch als solchen erkannt und kauften ihm mit ihrer Schnelligkeit und Härte den Schneid ab. Das Spiel schien einem unspektakulären Ende entgegenzulaufen: Achtungserfolg für den LASK, gute Ausgangsposition für Dundee. Doch eine Minute vor Schluss drohte Paul Sturrock Dantlinger doch noch einmal zu entkommen und das Tackling unseres großartigen Verteidigers veranlasste Sturrock zu einem spektakulären Fall, welchen der rumänische FIFA-Schiedsrichter Ioan Igna als unmittelbare Folge der Attacke Dantlingers interpretierte und sich deshalb veranlasst sah, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Eamonn Bannon kannte keine Gnade und schoss staubtrocken in die linke untere Ecke und fixierte somit den Auswärtssieg für United.
 
Die Heimatstadt des nun haushohen Favoriten auf den Aufstieg – Dundee – ist eine der ältesten Schottlands. Schon in der Eisenzeit (750 vor bis 500 nach Christus) soll es hier Siedlungen schottischer Volksstämme gegeben haben. Die Stadt liegt am sogenannten „Firth of Tay“ („Förde von Tay“), einem Meeresarm der schottischen Ostküste, an deren Kopf die Tay, der längste Fluss Schottlands, einmündet. Es heißt, dass Dundee und seine knapp 150 000 Einwohner von den drei großen „J“ leben, Jute (Stoffverarbeitung), Jam (Orangenmarmelade) und Journalismus (bedeutendes Verlagshaus) – und natürlich von und für den Fußball und seine zwei städtischen Protagoniste FC und United, deren Stadien – Dens Park und Tannadice Park – nur 50 Meter voneinander entfernt liegen. Das bringt dem Dundee Derby für die jeweiligen Gästefans den Status „Auswärtsspiel mit der kürzesten Anreise Großbritanniens“ ein.
 
Aufgrund der geringeren Erfolge des FC Dundee war zurzeit des Aufeinandertreffens mit dem LASK weniger vom Dundee Derby die Rede, sondern von der „New Firm“. Damit war die Begegnung der beiden aufstrebenden schottischen Vereine Dundee United und FC Aberdeen (Europapokalsieger der Cupsieger 1983!) gemeint, die sich gemeinsam anschickten, der „Old Firm“, dem Derby der beiden berühmten Glasgower Klubs - Celtic und Rangers – sportlich den Rang abzulaufen. „Old Firm“ wird übersetzt mit „Das alte Beständige“ und spielt nicht nur auf die alte, dauerhafte Rivalität der beiden Klubs an, sondern vor allem auch auf deren „beständige“ Dominanz was wirtschaftliche Kraft, Fanzuspruch und sportlichen Erfolg betrifft. Gerade letzterer schien in den achtziger Jahren von der New Firm abgelöst zu werden. Doch konnten Aberdeen und Dundee ihre Erfolge nicht ins neue Jahrtausend retten und haben heute nicht mehr diese Bedeutung wie zu jener Zeit. Dundee ist aktuell gar in die zweite Liga abgerutscht.
 
Zum Rückspiel in Dundee am 7. November 1984 fanden sich 14000 „Arabs“ („Araber“) ein, um die „Tangerines“ („Mandarinen“) zu unterstützen. Für den LASK sollten sich allerdings die „Tangerines“ gar als „The terrors“ („der Schrecken“) entpuppen. Wer jetzt nur mehr „Bahnhof“ versteht, dem ist das nicht zu verdenken. Mit einer kurzen Erklärung dieser Begriffe kann der geneigte Leser rasch diesen Bahnhof wieder verlassen und in den Zug des Verständnisses einsteigen.
Man schrieb die Saison 1962/63 und in Schottland standen ganze Stadien-Spielfelder unter Eis - so kalt war es. Auch im Tannadice Park von Dundee hatten deshalb schon zwei Spiele abgesagt werden müssen. Da schritten die Vereinsverantwortlichen zur Tat und rückten dem Eis mit Teerbrenner zu Leibe, wie sie auf der Straße verwendet werden. Die Mission „Eis weg“ war zwar erfolgreich, doch wurde sie ungewollt um die Mission „Auch Gras weg“ erweitert. Unverdrossen kämpften die fleißigen Arbeiter weiter und kamen auf die Idee, das fehlende Gras durch große Mengen an Sand zu ersetzen, diesen glatt zu walzen und Spielfeldlinien darauf zu malen. Und tatsächlich: Den Mutigen gehört die Welt – und den Dundee-Leuten gehörte das nächste Spiel. Der Schiedsrichter erklärte das innovative Spielfeld tatsächlich für bespielbar. Da konnten sich die Dundee-Fußballer natürlich nicht lumpen lassen und gewannen das Match. Manche Kiebitze dieses außergewöhnlichen Spiels schlussfolgerten, die Spieler hätten den neuen Untergrund angenommen wie „Araber“, die den Sand unter ihren Füßen ja gewöhnt seien. Dieser „Quasi-Ehrentitel“ gefiel manchen Anhängern so gut, dass sie ihn aufnahmen und für sich verwendeten.

Diese Erklärung ist die gängigste für die Fanbezeichnung „Arabs“. Einfacher ist die Erklärung der anderen beiden Spitznamen für das Team: „Tangerines“ bedeutet „Mandarinen“ und spielt auf die Vereinsfarbe an, „the terrors“ spricht an, was man am liebsten tut: in den gegnerischen Strafräumen für „Schrecken“ zu sorgen.
 
Das tat die Elf von Trainer Jim McLean leider auch in diesem Rückspiel der 2. Runde des UEFA-Cups 1984/85 gegen den LASK, vornehmlich allerdings in Halbzeit 2. Bei der Nachbetrachtung wird nämlich ob des hohen Endresultats von 1:5 oft vergessen, dass der LASK nicht nur in der Anfangsphase die stärkere Mannschaft war, sondern auch, dass es bis wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff noch 1:1-Unentschieden stand. Thomas Coyne profitierte von einer kleinen Unachtsamkeit der Linzer Abwehr und erzielte mit dem 2:1-Führungstreffer wohl des „game-winning-goal“. Nahezu zeit-ident zum Hinspiel waren zuvor die beiden Treffer zum ausgeglichenen Zwischenstand gefallen: Nach Pass von David Narey konnte Paul Hegarty den Ball per Heber zum 1:0 für die Heimischen im von Klaus Lindenberger gehüteten Tor unterbringen (15). In der 33. Minute gelang dem LASK Auswärtstor und Ausgleich. Nach einem Foul an Erwin Höld spielte Wolfgang Nagl den Ball gleich weiter auf Max Hagmayr, dessen scharfer Schuss aufs Tor von Narey in selbiges eigenes abgelenkt wurde. Für Hagmayr war es der bereits dritte Europacup-Treffer dieser Saison.
 
 
Nach der Pause machte sich das verletzungsbedingte Fehlen des technisch versierten Karl Meister und des bienenfleißigen Walter Koch verstärkt bemerkbar. Die Entlastungsangriffe wurden immer seltener und offensiv ließen die Orangefärbigen, die Mandarinen genannt werden, trotz der in Summe beider Spiele bereits klaren Führung nicht locker und erzielten noch drei weitere Treffer. Nach je einer guten Gelegenheit auf beiden Seiten – durch Coyne und Hagmayr – erhöhte derselbe Thomas Coyne in Minute 58 auf 3:1. Nach einer Flanke von Richard Gough hatte Paul Sturrock per herrlichem Fallrückzieher die Vorarbeit geleistet. Eine Viertelstunde vor Schluss war es erneut Gough, der bei einem Tor seine Beine im Spiel hatte. Mit einem gewaltigen 25-Meter-Weitschuss überwand er die dichte Abwehr und den starken Torhüter Klaus Lindenberger (75.). Ebenfalls per Weitschuss setzte der eingewechselte David Beaumont in Minute 87 den Schlusspunkt zum klaren 5:1-Erfolg für Dundee United. „The terrors“ hatten an diesem Abend ihrem Spitznamen alle Ehre gemacht und das UEFA-Cup-Abenteuer der tapferen, aber klar unterlegenen Mannen im LASK-Trikot mit einem Gesamtscore von 2:7 beendet. Das Abenteuer der „Terrors“ beendete in dieser Europapokalsaison Manchester United in Runde 3 in zwei spektakulären und engen Spielen mit 2:2 und 2:3.
 
Stimmen nach Spiel 1:
 
Janos Kondert, Trainer: Wir haben gespielt, was wir konnten, die Schotten waren aggressiver, dynamischer.
Klaus Dantlinger, Verteidiger: Beim Elfmeter bin ich hineingerutscht, habe den Spieler aber nicht erwischt. Er hat sich geschickt fallen lassen.
Max Hagmayr, Torschütze: Gegen diese Schotten zu spielen, ist unheimlich schwer. Sie decken sehr genau, irgendeiner ist immer da.
Klaus Lindenberger, Torhüter: Man muss es neidlos anerkennen, die Schotten waren besser. Das Tor von Kirkwood war ein Glücksschuss.
Walter Koch, Mittelfeldspieler: Ein verdienter Sieg von Dundee, das in der zweiten Halbzeit klar besser war. Der Elfer war nur eine Draufgabe.
Rudolf Trauner, Präsident: Der Europacup ist für uns vorbei.
Georg Schmidt, Teamchef-Assistent: Wenn Karl Meister immer so spielt wie gegen Dundee, dann kann man ihn fürs Team nicht mehr übersehen.
Jim McLean, Manager Dundee United: Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das ist genau die Ausgangsposition, die wir für den Aufstieg brauchen.
N.N., UEFA-Beobachter aus Prag: Feuerwerkskörper? Gesehen habe ich nichts, nur gehört.
 
Stimmen nach Spiel 2:
 
Janos Kondert, Trainer:  Mit so vielen Fehlern hätten wir keine knappere Niederlage verdient, obwohl wir großartig gekämpft haben. Entscheidend für mich waren das zweite Tor kurz vor dem Pausenpfiff und eine katastrophale Schiedsrichterleistung. Bei einem von zwei Weitschüssen ließ sich Lindenberger überraschen. Den riesigen Unterschied bei den Finanzen sollte man bei jeder Kritik an meiner Mannschaft schon auch beachten.
Klaus Dantlinger, Verteidiger:     In Österreich laufe ich um 60 Prozent weniger in einem Spiel. Kaum glaubt man, Sturrock im Griff zu haben, ist er schon wieder enteilt.
Erwin Höld, Mittelfeldspieler:      Dem erwarteten unheimlichen Druck der Schotten, die von Minute zu Minute stärker wurden, hatten wir nichts mehr entgegenzusetzen. In kämpferischer Hinsicht kann uns kein Mensch einen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben, was wir hatten. Die Zuschauer machen hier 70 Prozent des Erfolges aus. Bei uns war es nach der Pause gegen Dundee im Linzer Stadion ganz ruhig.
Jim McLean, Manager Dundee United: Linz hat zum Großteil Freizeitfußballer, bei uns spielen nur ausgekochte Profis, die daheim jeden europäischen Klub schlagen müssen.
 
Für unseren LASK in Europa:
Klaus Lindenberger, Christian Lehermayr, Gert Trafella, Klaus Dantlinger, Kurt Nagl, Wolfgang Nagl, Walter Koch, Karl Meister, Tadeusz Malnowski, Erwin Höld, Max Hagmayr, Michael Toppel, Rupert Lehermayr, Andreas Roth
 
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Statistik
 
Europapokal III – UEFA-Cup 1984/85, 2. Runde (Sechzehntelfinale), Hinspiel
Mittwoch, 24.10.1984, 19.00 Uhr
Linz, Stadion der Stadt Linz „Gugl“, 18500 Zuschauer
Schiedsrichter Ioan Igna (Rumänien)
 
LASK vs. FC Dundee United                                                                      1:2 (1:1)
 
Tore:                     Hagmayr (27.); Kirkwood (15.), Bannon (89., Elfmeter)
 
LASK:                  Lindenberger; Lehermayr Chr., Trafella, Dantlinger, Nagl K., Nagl
                             W. (67., Toppel), Koch, Meister, Malnowicz, Höld, Hagmayr;
                             Coach: Kondert               
Dundee:               McAlpine; Narey, Gough, Hegarty, Malpas, Kirkwood, Holt, Beedie,
                            Milne (75., Taylor), Sturrock, Bannon; Coach: McLean
 
Europapokal III – UEFA-Cup 1984/85, 2. Runde (Sechzehntelfinale), Rückspiel
Mittwoch, 07.11.1984, 20.30 Uhr
Dundee, Tannadice Park, 14000 Zuschauer
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Deutsche Demokratische Republik)
 
FC Dundee United vs. LASK                                                                      5:1 (2:1)
 
Tore:                     Coyne (45., 58.), Hegarty (15.), Gough (75.), Beaumont (87.);
                             Hagmayr (33.)
 
Dundee:               McAlpine; McGinnis, Narey, Hegarty, Gough, Beedie, Holt, Taylor,
                             Coyne, Sturrock (69., Reilly), Bannon (82., Beaumont), Coach:
                             McLean
LASK:                  Lindenberger; Lehermayr Chr.,  Trafella, Dantlinger, Nagl K,
                             Lehermayr R., Nagl W., Roth, Höld (62., Toppel), Hagmayr,
                              Malnowicz; Coach: Kondert
 
 
Quellen:
Günther Waldhör – Eigene Aufzeichnungen und Sammlungen, inklusive Berichterstattung und Bilder aus den „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom
24.10.1984, 25.10.1984, 7.11 1984, 8.11.1984, 9-11-1984
www.austriasoccer.at
https://suzyscottdotcom.livejournal.com/401228.html (Spitzname „Arabs“)
www.online-rechner.at (Schilling, Euro)
www.wikipedia.at (Stadt Dundee, Verein, Stadion)
www.google.at (Suchmaschine, Übersetzungen)
 

 

 

 

 

Die emotionalsten LASK-Torjubel Meine TOP 12 – Eine ganz und gar subjektive Erinnerung ...

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Der doch sehr emotionale Torjubel vom letzten Samstag, als Thomas Goiginger’s Traumtor die Europacup-Rückkehr unseres LASK (nahezu) perfekt machte, ist Anlass für uns, Euch einzuladen, uns mitzuteilen, welche Torjubel Euch als besonders emotional in Erinnerung geblieben sind. Selbstverständlich zählen nur jene, bei denen man selbst vor Ort war (im Stadion bzw. bei „Stadion-Verbotler“ auch außerhalb, wenn sie dabei waren).
 
Schreibt uns Eure TOP 3, TOP 5, TOP 10, Top 12 oder wieviel auch immer!
 
Lasst uns gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen und aus den positiven Emotionen weitere Kraft schöpfen für den Support unseres großartigen Teams in den letzten Runden!
 
Schickt uns eure Geschichten per Mail ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) oder per PM in Facebook und  im Austriansoccerboard ( an "iceman" )  .... 
 

Die emotionalsten LASK-Torjubel 

Meine TOP 12 – Eine ganz und gar subjektive Erinnerung (Günther Waldhör)

Die Reihung basiert auf zeitlicher Abfolge und stellt keine Wertung dar. Innerhalb der 12 möchte ich keine Unterscheidungen durchführen.

Linz, 17.08.1979, VOEST Linz, Herbert Stahl (4., Eigentor) zum 1:0
1. Runde nach dem Wiederaufstieg, 25 000 Zuschauer,
Endstand: 3:1 LASK

Linz, 23.10.1985, Internationale Mailand, Johann Gröss (81.) zum 1:0
UEFA-Cup, Saison 1985 / 84, Endstand: 1: 0, LASK

Linz, 30.08.1986, FC Tirol, Klaus Dantlinger (79.) zum 1:0
Gegner Tirol mit „Star-Elf“ (z.B. Hansi Müller) Tabellenführer, 20500 Zuschauer, Endstand: 1:0, LASK

Krems, 22.05.1992, SC Krems, Ralf Ruttensteiner (74.) zum 4:3
Ab Minute 9 nach Ausschluss nur zu zehnt, nach 17 Minuten 0:2 im Rückstand; 1:0, Endstand: 4:3 LASK

Steyr, 25.03.1995, Vorwärts Steyr, Goran Kartalija (90. + 4) zum 2:2
Ausgleich im Derby vor dem vollbesetzten Auswärtssektor, Endstand: 2:2

Steyr (Ausweichstadion), 16.05.2006, FC Kärnten, Akif Imamovic (90. + 3) zum 1:0, Tor hält Aufstiegschancen für die letzten beiden Runden aufrecht, Endstand: 1:0 LASK

Leoben – Donawitz, 11.05.2007, Donawitzer SV Leoben, Niklas Hoheneder (90. + 2) zum 1:1
Tor zum fixen Meistertitel und Bundesliga-Aufstieg, Endstand: 1:1

Pasching, 09.03.2013, Pasching, Daniel Kogler (60.) zum 1:0
Spiel 1 der Rückrunde Regionalliga, Tor verkürzt den Rückstand auf Tabellenführer Pasching von minus 4 auf minus 1 Punkt, praktisch das gesamte Stadion auf Seite der (damals noch in diesem Stadion) Auswärtsmannschaft, Endstand: 1:0 LASK

Ried, 17.04.2013, Ried, Radovan Vujanovic (90. + 4) zum 1:1
ÖFB-Cup-Viertelfinale, Derby als Regionalligist gegen Bundesligist, Endstand: 2:1 n.V. Ried

Parndorf, 02.06.2014, Parndorf, Radovan Vujanovic (85.) zum 1:0
Relegation Regionalliga / 1. Liga, Spiel 1, wichtiges Auswärtstor zur (im Heimspiel fixierten) Rückkehr in den Profifußball, Endstand: 1:0 LASK

Wien – „Allianz-Arena“, 26.04.2017, Rapid Wien, René Gartler (90.) zum 1:1
ÖFB-Cup-Halbfinale, als Noch-Zweitligist, mit rund 3000 Auswärtsfans, leider auch der kürzeste Jubel, noch in der Nachspielzeit Gegentor, Endstand: 2:1 Rapid Wien

Pasching, 21.04.2018, Austria Wien, Thomas Goiginger (87.) zum 1:0
Traumtor „Marke Maradona“ fixiert (fast) Rückkehr in den Europacup (als Aufsteiger), Endstand: 1:0 LASK

 

.... to be continued .... von EUCH

 

 

„Nur gemeinsam sind wir stark!“

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Interview mit Rocco Vicol, Mannschaftskapitän der LASK U-14 anlässlich des Turniersiegs beim Styrian Indoormasters in Hartberg
(Rocco ist seit der U-9 beim LASK)

seit1908.at:
Mit welchen Erwartungen seid Ihr in das Turnier gegangen?
War da ein konkretes Ziel, z.B. Gruppe überstehen, Halbfinale, Turniersieg oder so etwas Ähnliches?
Rocco:
Das Viertelfinale war unser Traum. Aber eigentlich war die Gruppenphase zu überstehen der einzige realistische Gedanke und das wollten wir erreichen.

Seit1908.at:
Welche Gefühle hattest du bei den Spielen gegen Mannschaften mit weltberühmten Namen, wie Bayern München oder Ajax Amsterdam?
Rocco:
Es war ein tolles Gefühl, diese namhaften Mannschaften zu bezwingen - einfach nur wooow! Das Turnier war eine unglaubliche Erfahrung, die uns keiner mehr nehmen kann. Auch haben wir viel Neues gesehen und kennengelernt.

Seit1908.at:
Woran - glaubst du -  lag es, dass Ihr so viele Mannschaften, die viel mehr Geld und Möglichkeiten haben, besiegen konntet?

Rocco:
Das Rezept war einfach gegenseitiges Aufputschen, vor allem mit unserem Motto: „Nur gemeinsam sind wir stark.“ Einer allein kann nichts erreichen, aber als Einheit standen wir von Spiel zu Spiel da und kämpften als eine Gemeinschaft. Das war unser Erfolg!

Oft sagte unser Trainer zu uns: „Schauts Jungs, Ajax und die anderen Top-Mannschaften kommen mit 3-4 Betreuer und wir Alleine - bitte schaut auf eure Kräfte und unterstützt euch untereinander! Wir sind ein Team !!
Deshalb war unser Wille auch irgendwie größer. Dann drehte sich das Blatt und der Gegner hatte mehr Respekt vor uns. Wenn wir dann spürten, der Gegner lässt kurz nach, drückten wir mehr dagegen.

Seit1908.at:
Wie war allgemein die Stimmung in der Halle – besonders Euch gegenüber?
Rocco:
Die Zuseher waren begeistert. Fremde Personen lobten uns - vor allem nach dem Sieg gegen den FC Bayern. Ich glaube, viele haben mal nachgesehen auf Google wer eigentlich der LASK ist bzw. von woher dieser Verein überhaupt kommt

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Der Unterschied zu den Top-Teams ist nicht groß

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Interview mit Erfolgstrainer Roland Neunherz anlässlich des Turniersiegs der U-14 beim Styrian Indoormasters in Hartberg (seit1908.at berichtete)

Seit1908.at:
Roland, herzlichen Glückwunsch zum Turniersieg in Hartberg und zu unglaublichen Ergebnissen gegen berühmte Gegner (Siege u.a. gegen Bayern München, Ajax Amsterdam oder Red Bull Salzburg). Euer Erfolg ist auch in Fankreisen überdimensional häufig und intensiv wahrgenommen worden und erfüllt uns alle mit Freude und Stolz.
Roland Neunherz:
Vielen Dank! In erster Linie gehen die Gratulationen an die Jungs. Die haben das traumhaft gemacht. Danke auch für Euer Interesse und die Berichte und die Gespräche. Das tut unserem Image gut.

Seit1908.at:
Danke ebenfalls.
Mit welchen Erwartungen seid Ihr in das Turnier gegangen?
War da ein konkretes Ziel, z.B. Gruppe überstehen, Halbfinale, Turniersieg oder so etwas Ähnliches?
Oder waren es mithalten können; schauen, wo man steht; gewisse Taktiken; bestimmte Spielzüge?
Roland Neunherz:                    
Unser primäres Ziel war es, unter die ersten vier in der Gruppe zu kommen, um sich für die besten Sechzehn zu qualifizieren. Wir wollten einfach zeigen, dass wir auf dem Niveau auch beim
LASK mithalten können und uns nicht verstecken müssen. Aber an ein Finale hab‘ ich vor dem Turnier noch nicht gedacht. Das Teilnehmerfeld war doch sehr, sehr gut besetzt.

Seit1908.at:
Was habt Ihr als Trainer den eigenen Spielern gesagt vor den Spielen gegen Mannschaften mit weltberühmten Namen, wie FC Bayern München oder Ajax Amsterdam?
Roland Neunherz:
Im Grunde brauchst du vor solchen Spielen nicht viel sagen, denn es muss Ansporn genug sein für die Jungs gegen solche Gegner zeigen zu können, dass sie auch Fußball spielen können. Was ich jedoch schon erwähnt habe, war, dass sie sich mit guten Leistungen einen Namen machen können und das sicher Anklang findet in ganz Oberösterreich oder gar Österreich.

Seit1908.at:
Woran - glaubst du -  lag es, dass Ihr so viele Mannschaften, die viel mehr Geld und Möglichkeiten haben, besiegen konntet?
Roland Neunherz:
Zum einen lag es daran, dass auch wir in diesem Jahrgang sehr viele Spieler mit enormem Potential haben, aber auch daran, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft absolut positiv ist und sich keiner hängen lässt und sie sich gegenseitig pushen und helfen! Da muss man den Trainern, die die Mannschaft bis jetzt hatten, absolut ein Kompliment machen! Und wie immer bei einem Turnier brauchst du etwas Losglück und durch immer mehr Siege wuchs auch das Selbstvertrauen und die Euphorie! Und es hat gezeigt, dass auch wir beim
LASK sehr gut arbeiten.

Seit1908.at:
Wie war die Stimmung in der Halle?
Roland Neunherz:
Die Stimmung beim Turnier war allgemein sehr gut und klar haben auch unsere Eltern die Jungs lautstark unterstützt. Danke hiermit an die Eltern!

Seit1908.at:
Wie habt Ihr die Freizeit gestaltet, den Samstagabend auch, zum Beispiel? Wie schafft man es, den Jugendlichen ein Erlebnis zu bereiten, viel Spaß zu gönnen und sie dann doch zu einer „christlichen" Zeit ins Bett zu schicken, damit sie am folgenden Tag ausgeruht Fußball spielen können?
Roland Neunherz:
Da der 1. Spieltag sehr lang war und erst am Abend endete, blieb keine Zeit für große Freizeitbeschäftigungen. Es ging ins Hotel und dort habe ich den Jungs „frei" gegeben und sie durften im Großen und Ganzen machen was sie wollten. Auch hier hat sich der Super-Charakter der Mannschaft gezeigt, da einige von sich aus auf regenerative Elemente zurückgegriffen haben und mit der Black Roll kleinere Wehwehchen ausmerzen konnten. Bezüglich der Bettruhe (die sehr brav eingehalten wurde - von einigen :-) ) war nicht viel Überredungskunst zu leisten, da alle die große Chance sahen und von sich aus fit sein wollten am nächsten Tag.

Seit1908.at:
Wie treten die großen Teams bei so einem Turnier auf?
 Trainer und Betreuer, Spieler, das Spiel ... auch wenn wir gewonnen haben - was kann man sich von solchen Teams abschauen, was lernen?
Roland Neunherz:
Wo wir noch hinter diesen Vereinen sind, ist zum einen mal, dass alle mit mehreren Betreuern (Trainer, Co -Trainer, Physio oder Masseur) ankommen. Auch was die Adjustierung betrifft sind wir noch nicht auf deren Niveau (z.B. alle mit einheitlichen Freizeitschuhen). Spielerisch bzw. körperlich fand ich persönlich den Unterschied nicht so groß – zumindest einmal in der Halle, da auch wir guten und temporeichen Fußball geboten haben. Auch in Sachen Coaching sind wir auf einer Ebene und brauchen uns nicht verstecken.

Seit1908.at:
Ist es möglich, dass der Sieg eine Eintagsfliege war oder kann so etwas in der Art öfter „passieren"?
Roland Neunherz:
Ob das öfter vorkommen kann, lässt sich schwer vorhersagen, aber ich bin der Meinung, unser Ziel im Nachwuchs muss es sein, dass solche Erfolge keine Eintagsfliege sind. Wir müssen beim
LASK alles versuchen, solche Ergebnisse zu wiederholen und ich bin sicher, es ist möglich! 

Seit1908.at:
Wie gut 
ist die "Vierzehner" wirklich?
Roland Neunherz:
Der Jahrgang 2004 ist sicher eine Top Mannschaft. In Oberösterreich sind wir- da bin ich sicher – unerreicht und auch auf Österreichebene bestimmt eine gute Adresse. Unsere Qualität müssen wir aber auch immer wieder bestätigen. Da dürfen wir uns nicht auf den Komplimenten ausrasten, sondern uns immer weiterentwickeln.

Seit1908.at:
Ist damit zu rechnen, dass man mit diesem Auftritt auch Begehrlichkeiten bei anderen Klubs (v.a. Red Bull Salzburg) geweckt hat und einige Spieler bald nicht mehr da sein werden?
Roland Neunherz:
Unsere Jungs sind sicher immer auch für andere Vereine interessant. Leider haben uns mit Beginn der Semesterferien ja bereits zwei Spieler (die aber bis zum Schluss alles für die Mannschaft getan haben!!)  in Richtung Salzburg verlassen. Und auch andere hatten bereits Angebote vorliegen, sagten aber ab und bleiben in Linz. Ich bin aber auch überzeugt, dass der eine oder andere Scout einige Namen dieser Mannschaft auf seinem Zettel hat. Unser Ziel muss es sein, den Jungs auch in Linz und beim
LASK oder der Akademie durch unsere Arbeit und einer guten Infrastruktur Möglichkeiten und Anreize zu bieten, dass sie hierbleiben.

Seit1908.at:
Zurück zum Turnier in Hartberg: Kannst du dich noch an den Schlusspfiff des Finales erinnern? Was ging da durch deinen Kopf?
Roland Neunherz:
Puh, ehrlich gesagt hab‘ ich die letzten 50 Sekunden vom Finale nicht mehr von der Bande miterlebt. Ich konnte es kaum erwarten, die Sirene zu hören. Es machte mir riesengroße Freude, dass sich die Jungs selbst belohnt hatten und sie im Mittelpunkt standen. Diese Momente wollte ich auch den Burschen überlassen. Im Kopf war pures Adrenalin und ich konnte es kaum fassen, was wir da geschafft hatten. Auch gingen mir nochmals ein paar Szenen aus den beiden Tagen durch den Kopf.

Seit1908.at:
Wie war die Wahrnehmung, die Anerkennung durch den L
ASK als Gesamtverein?
Roland Neunherz:
Sehr gut. Vom
LASK gab es sofort Glückwünsche und viele Gratulanten. Auch die Ehrung beim ersten Heimspiel der Profis war etwas Besonderes, das uns auch sehr gefreut hat. Der Applaus tausender LASK-Fans – das gibt uns allen Kraft und Energie für die Zukunft. Ich denke, die Vereinsleitung ist stolz auf das Erreichte und nimmt es voll und ganz wahr.

Seit1908.at:
Gibt es im Zusammenhang mit dem Erfolg noch Personen, die du herausstreichen möchtest?
Roland Neunherz:
Wie gesagt, als erstes gehört der Turniersieg den Spielern, dem ganzen Team, diesen Super-Jungs. Dann könnte ich noch ganz viele nennen, namentlich möchte ich noch Mirzad Jasarevic und Peter Herrnegger herausstreichen. Sie und viele andere haben große Anteile am Erfolg.
Und – natürlich – Oliver Ablinger, unser - mittlerweile ehemaliger - Nachwuchs-Koordinator ist unbedingt zu nennen.

Seit1908.at:
Das „ehemaliger“ ist noch sehr ungewohnt und schmerzt noch.
Oliver war ja noch sehr involviert in dieses Turnier und ist dann am nächsten Tag zurückgetreten. Wie schmerzlich ist der Verlust von Oliver als NW-Koordinator - für dich, für alle Trainer, für den
LASK
? Möchtest du über seit1908.at noch ein paar Abschiedsworte an Oliver richten? 
Roland Neunherz:
Das Arbeiten mit Oliver, der die ersten Gruppenspiele vor Ort war, war wie immer super. Oliver ist selbst ein Super-Trainer, hört sich aber auch immer jede Meinung an.
Zum Zeitpunkt des Turniers ahnte ich noch nicht, dass er seine Zeit beim
LASK beenden würde.
Ich persönlich kann nur sagen, dass der Verlust von Oliver als NW- Leiter sehr schmerzhaft ist. Oliver hat eine überragende Arbeit geleistet und hat sehr großen Anteil daran, dass der
LASK-Nachwuchs dort ist wo er jetzt steht. Oliver hatte immer ein offenes Ohr für uns Trainer und hat alles in seiner Macht Stehende getan, um uns was zu bieten und uns zu fördern. Ich persönlich bin Oliver extrem dankbar, da er sozusagen mein Mentor war, der mich immer unterstützt und forciert hat.
Ich verdanke Oliver sehr viel und wünsche Ihm hiermit nochmals alles Gute auf seinem weiteren Weg!!!

Seit1908.at:
Danke für das Interview, das ich mit dir per Mail führen durfte!
Roland Neunherz:
Bitte, gern geschehen. Wir danken für Euer Interesse!

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