Christoph Saurer: "Ich bin schon wirklich geil darauf wieder im LASK Dress auf der Gugl spielen zu dürfen!"

Seine Verpflichtung löste durchwegs Freudenstürme aus und das obwohl jener Mann von dem wir hier schreiben seit rund 1,5 Jahren kein Fußballspiel mehr bestritten hat. Uns freut es ganz besonders, dass sich Christoph Saurer bereit dazu erklärte uns Rede und Antwort zu stehen. Im seit1908.at Interview blickt der offensive Mittelfeldspieler noch einmal zurück, auf seine Verletzung, auf sein erstes Engagement beim LASK und auf seinen Weg zurück. Natürlich darf dabei auch ein Blick in die Zukunft nicht fehlen.

seit1908.at: Lieber Christoph, als wir dieses Interview vereinbart haben, stand dein Wechsel zum LASK noch nicht fest. Umso mehr freut es uns, dass du wieder ein Teil der LASK Familie bist. Vorweg aber mal die wichtigste Frage. Wie geht es dir? Ist dein Knie wieder zu 100% genesen?

Christoph Saurer: Mir geht's super. Ich habe nun eine Woche intensives Training hinter mir. Weder beim Trainieren noch danach habe ich Schmerzen.

Bevor wir nach vorne blicken, wollen wir noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit blicken. Deine Karriere war bisher durchwachsen. Erfolgreiche Zeiten wechselten sich meist mit weniger erfolgreichen ab. Die Zeit bei Rapid hast du in einem Interview als „verlorene Zeit" beschrieben. Würdest du im Nachhinein deine Karriere anders gestalten beziehungsweise gibt es einen Moment in deiner Karriere den du bereust?

Mir sind bis jetzt immer wieder Steine in den Weg gelegt worden, die ich immer bewältigen konnte! Sei es bei der Austria wo man mich als jungen Spieler trotz Auszeichnungen zum „Youngster des Jahres" nicht fördern wollte. Danach habe ich beim LASK gezeigt, dass ich es als Bundesliga Spieler ebenso drauf habe. Bei Rapid wollten mich die eigenen Fans nicht, aber mit meinen Leistungen im ersten Jahr wo wir unter anderem Europa League gespielt haben, hat man schon gesehen, dass ich Rapid weiterhelfen kann.
Auch jetzt nach der langen Verletzungspause werde ich es den Leuten zeigen, dass ich es nach wie vor drauf habe.

Von Rapid ging es über den Umweg Wr. Neustadt zu Wacker Innsbruck. In Innsbruck hast du dich sichtlich wohl gefühlt und ansprechende Leistungen gezeigt, bis zur Verletzung. Verschaff uns doch bitte mal Einblick in deine Gefühlswelt. Was durchlebt man als Fußballer nach der Diagnose „mehrere Monate Pause"?

Da fühlt man sich nicht so gut. Ich bin ein Mensch, der immer nach mehr strebt und hungrig auf Erfolge ist. Natürlich versucht sich damit auseinander zu setzten und schaut nach Vorne, aber phasenweise war das schon wirklich schwer.

In deinem Fall wurden diese Gefühle ja noch einmal verstärkt. Bei deinem Comeback-Versuch hast du dir erneut eine schwere Verletzung zugezogen. Verschwendet man in einer solchen Zeit auch Gedanken an ein mögliches Karriereende?

Da bricht für dich die Welt zusammen wenn du Anderen wieder nur zu schauen kannst, beim Ausüben von dem was dir am meisten Spaß macht. Einen Gedanken an ein Karierrende habe ich jedoch zu keiner Zeit verschwendet.

Wie gestaltete sich für dich die Situation nach deiner zweiten Verletzung. Du warst bei Wacker unter Vertrag, wusstest dein Vertrag läuft nur bis Sommer. Mit welcher Perspektive arbeitet man da an seinem Comeback?

Man schaut das man noch zu spielen kommt wenns geht! Trotz Schmerzmittel und vieler Versuche, hat das bei mir leider nicht funktioniert. Da habe ich dann sagen müssen: „Nein es geht nicht! Es tut mir leid, aber ich muss fit werden bis Sommer um vielleicht bei einem neuen Verein neu durchstarten zu können"

Lass uns einen zwischenzeitlichen Zeitsprung in die jüngste Vergangenheit machen. Wir haben deine Arbeit am Comeback über soziale Medien verfolgt und uns mit dir mitgefreut als es bei dir wortwörtlich Schritt für Schritt bergauf ging bis du im November 2014 erstmals wieder mit dem Fußball arbeiten konntest. Könntest du uns kurz zusammenfassen wie sich dein „Weg zurück" gestaltet hat?

Ich hab mich ja im Sommer nochmal operieren lassen, da es nicht besser wurde! Es war ein letzter Versuch wieder zurück zu kommen, da habe ich habe Alles auf eine Karte gesetzt. Operieren lassen habe ich mich von Dr. Dirisamer. Die Reha habe ich dann in Deutschland beim ÖFB Physiotherapeuten Mike Steverding voll durchgezogen! Auch im Burgenland machte ich auf meinem Weg zurück Station, wo mich Physiotherapeut Johannes Schober immer tatkräftig unterstützte. 
Mein Plan ist aufgegangen und ich bin dank der Personen wieder voll hergestellt!

So, nun aber zu erfreulicheren Dingen. Wir alle erinnern uns gerne an deine erste Zeit in Linz. Hast du irgendwelche speziellen Erinnerungen an Linz, an den Klub, an die Fans?

Da gibt es wirklich viele schöne Erinnerungen. Das Jahrhundert Spiel gegen Real Madrid, wo ich das 1:0 erzielen konnte, ist nur einer von vielen geilen Momenten.

In über 100 Spielen hast du 13 Tore für unsere Athletiker erzielt. Dein Torjubel bei dem du einen imaginären Pfeil abgeschossen hast, ist noch in unseren Köpfen. Hatte diese Geste eigentlich eine besondere Bedeutung?

Bedeutung hat diese Geste keine. Ich bin aber wirklich schon wieder geil darauf den Pfeil wieder abschießen zu können. Aber das finde ich auf jeden Fall cool, dass das noch Erinnerung geblieben ist.

Damals herrschte noch nicht die Ruhe im Umfeld des Vereins die heute vorherrscht. Du hast in den rund 3 Jahren in Schwarz-Weiß 6 verschiedene Trainer und etliche Spielertransfers erlebt. Wie geht man als Spieler damit um?

Für einen Spieler ist das nicht unbedingt leicht. Aber so ehrlich muss man schon sein, wir waren damals einfach nicht konstant genug und deshalb konnte man die Trainerwechsel schon auch nachvollziehen. Wenn man in einer solchen Situation überhaupt irgendetwas Positives sehen will, dann, dass man unterschiedlichste Meinungen und Ansichten von den verschiedenen Trainern mitbekommt.

Du hast als Spieler schon viele verschiedene Spielsysteme durchlaufen. Man möge nur einmal zurück denken. Unter Panadic wurde zb. stets darauf geachtet die Null zu halten, während Hamann Harakiri Fußball spielen ließ. Welches Spielsystem kommt dir am meisten entgegen?

Ich sag eine gesunde Mischung..... Wobei mir als Offensivspieler das offensive Spielsystem von Matthias Hamann sehr gut gefallen hat!
Du spielst immer nach Vorne und versuchst stets ein Tor zu schießen egal bei welchem Spielstand.

Auch unseren derzeitigen Trainer kennst du bereits sehr gut. Wie würdest du Karl Daxbacher beschreiben?

Karl Daxbacher kenne ich schon seitdem ich 17/18 bin, bei ihm müssen Spieler eine gute technische und taktische Ausbildung haben. Ohne diese Fähigkeiten hast du bei ihm keine Chance.
Außerdem ist er ein offensiv denkender Trainer, der ein gepflegtes Spiel nach Vorne bevorzugt!
Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir die Möglichkeit gibt mich wieder im Profi-Fußball beweisen zu können.

Beim LASK hat sich in den letzten 13 Monaten etliches geändert. Hattest du den LASK immer im Blick oder warst du bei deiner Rückkehr überrascht wie sich der Verein nun präsentiert?

Natürlich habe ich den LASK auch nach meinem Abgang zu Rapid immer verfolgt. Für mich ist es wirklich erfreulich, dass sich der Verein jetzt so gut aufgestellt hat.

Wir sprechen hier von deiner Rückkehr. Wie kam es eigentlich dazu? Anders gefragt: dürfen wir dich überhaupt schon offiziell als Schwarz-Weißen begrüßen? Die offizielle Bestätigung des Vereins steht ja noch aus (Anm. d. Red.: im Spielerkader des LASK scheint Christoph Saurer auf).

Ich habe mit Trainer Karl Daxbacher immer wieder Kontakt gehabt, auch während meiner Reha. Nachdem ich jetzt wieder voll fit bin, habe ich mich bei ihm gemeldet und er hat mir gesagt, dass er mir die Chance geben möchte wieder in´s Profigeschäft zurück zu kommen.

Ich kann nur so viel sagen: Der Vertrag für mein Engagement beim LASK ist unterschrieben, wann der Verein das dann offiziell verkündet, weiß ich nicht.

Kannst du uns schon Verraten wie der Fahrplan aussieht? Du trainierst mit den Profis mit, Einsätze bei der SPG Pasching/LASK scheinen aber realistisch zu sein. Wie geht ihr an die Sache heran?

Ich werde auf jeden Fall mit dem LASK mittrainieren. Am Anfange sind aber Einsätze bei der SPG Pasching/LASK vorgesehen, einfach um Match Praxis sammeln zu können und mich so Schritt für Schritt wieder nach oben zu arbeiten.

Darfst du uns schon verraten welche Rückennummer du tragen wirst?

Meine Rückennummer ist die Nummer 30.

Wenden wir den Blick ab vom Fußballplatz. Welche Hobbies betreibst du als Ausgleich zum Fußballsport?

Eigentlich so ziemlich alle Ballsportarten. Jetzt wo mein Körper wieder mitspielt, gehe ich wirklich gerne Tischtennis und Tennis spielen.

Unsere letzte Frage in diesem Interview: Gibt es in absehbarer Zukunft einen Traum den du dir unbedingt erfüllen möchtest?

Da gibt es einen großen Traum: Den LASK zum Aufstieg schießen.

Nun hast du natürlich noch die Gelegenheit ein paar Worte an die LASK Fans zu richten:

Ich möchte mich bei allen LASK Fans bedanken, die mir auf meiner Facebook Seite so nette und aufbauende Kommentare geschrieben haben.
Es freut mich wieder in der LASK Familie zu sein und ich möchte auf diesem Weg alle Schwarz-Weißen grüßen.
Eins noch: Ich bin schon wirklich geil darauf wieder im LASK Dress auf der Gugl spielen zu dürfen!

Lieber Christoph, wir danken dir recht herzlich für dieses ausführliche Interview und freuen uns, dass du wieder bei uns bist. Außerdem wünschen wir dir einen verletzungsfreien Weg zurück zu alter Stärke!

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