Und täglich grüßt das Murmeltier,…

...oder: Über die fehlende Konstanz des LASK in Personalfragen

Nun ist es ja nicht gerade ein Novum, dass die Halbwertszeit der Beschäftigungsverhältnisse beim Linzer ASK erschreckend kurz ist, und diese Entwicklung nichts mehr mit dem zu tun hat, was anderswo etwa als "natürlicher Erneuerungsprozess im Personalwesen" bezeichnet wird. Man ist es bereits gewohnt, dass sowohl im sportlichen als auch wirtschaftlichen Bereich ein ständiges Kommen und Gehen stattfindet, wodurch das zentrale Problem fehlender Kontinuität im Verein klarerweise verstärkt wird. Mittlerweile greift dieses Phänomen allerdings auch auf die Fanszene über.

 

 

Das bislang letzte Kapitel dieser unendlichen Geschichte umfasst nämlich den Werdegang von Marketingmann Mag. Thomas Kern, welcher sehr ambitioniert und mit im Red Bull Konzern gesammelter, jahrelanger Erfahrung im Sommer als Geschäftsführer zum LASK stieß, sowie Mag. Andreas Neubauer. Dieser wurde als PR-Beauftragter und darüberhinaus auch als Fanbeauftragter in Personalunion vom LASK engagiert. Gemeinsam wurden die beiden Mitarbeiter offenbar als Ansprechpartner für die Fanbasis installiert, zumindest konnte man bei einigen Treffen zwischen Fans und Verein diesen Eindruck gewinnen, zumal sie im Gegensatz zu anderen Personen zumindest einem Dialog zugänglich waren. Seit letzter Woche sind diese Kontaktpersonen allerdings nicht mehr länger mit dem Verein verbunden, somit jegliche Kommunikation zwischen dem LASK und seinen organisierten (wenn auch inoffiziellen) Fans bis auf weiteres ad acta gelegt. Dem Klub ist offenbar nicht bewusst, dass die andauernde Bestellung und Liquidierung von Mitarbeitern, welche unmittelbar mit den Fans in Verbindung treten sollen, nicht zielführend ist und lediglich zu Misstrauen und Ablehnung führt. Dies wurde nichtzuletzt dadurch verstärkt, dass auch auf die gegenüberstehende Seite maßgeblicher Einfluss genommen wurde, d.h. man sich unerwünschter Gesprächspartner kurzerhand entledigte, indem man etwa arrivierte Fanbeauftragte absetzte (seit1908.at berichtete). Auch die entgegen aller Behauptungen von Vereinsseite ausgesprochene Kündung und Ersetzung des bisherigen Sicherheitsbeauftragten trägt wesentlich zu einer weiteren Distanzierung bei.

Offensichtlich wird diese Problematik bei der vom Verein angestrebten sogenannten Fan-Policy. Von den an der Ausarbeitung und Umsetzung beteiligten und betroffenen Personen ist ein Großteil entweder nicht mehr beim LASK beschäftigt, zumindest nicht mehr in seiner Funktion als Fanbeauftragter tätig, oder gar mit einem Betretungsverbot (vulgo Hausverbot) belegt. Letzteres führte in jüngster Vergangenheit selbst zum Ausschluss von Sitzungen in Räumlichkeiten des Linzer Stadions.

Anstatt die Gründe für diese Misere sorgfältig zu analysieren und entsprechen gegenzusteuern, tut Präsident Reichel diese Missstände in altbewährter Manier ab. Im OÖN-Chat vom 24.November diesen Jahres lautete die Erklärung für den ständigen Mitarbeiteraustausch folgendermaßen:

"Bei den Mitarbeitern im LASK-Office ist es so, dass viele mit großer Begeisterung zum LASK kommen, bald realisieren, dass es ein knochenharter Job ist und sich dann neu orientieren. Wir haben nur wenige selbst entlassen."

Jeder, der bereits einmal die Gelegenheit hatte, mit (ehemaligen) Mitarbeitern des LASK persönlich zu sprechen, kann sich sicher seinen Teil dazu denken. Allein der Vergleich der Leistungsanforderung bei Red Bull und dem LASK sollte Reichels Argumentation ad absurdum führen.

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